Deutsche Alpenstraße nachhaltig erfahren – mit dem Audi Q4 e-tron Tour-Blog Tag 5

Der heutige Tag beginnt gleich mit einem Arbeitsfrühstück, allerdings in wohliger Atmosphäre des elegant eingerichteten und sonnendurchfluteten Frühstücksraumes der Residenz. Herbert Reiter, Leiter der Tourist-Info Aschau, in Begleitung mit seiner Mitarbeiterin, hat sich zum Frühstückstisch gesellt.

Arbeitsfrühstück mit Leiter der Tourist-Info Aschau, Herbert Reiter, im edlen Ambiente der Residenz

Sanft und naturnah – das Aschauer Nachhaltigkeitsprofil

Wir kommen gleich zum Thema Nachhaltigkeit und Mobilität in und um Aschau herum. Herr Reiter ist natürlich bestens informiert. In Sachen Nachhaltigkeit kann Aschau besonderes Profil zeigen, wie mir Herr Reiter erklärt.

So gäbe es einen Klimaschutz-Manager, der auch für Energie zuständig sei, E-Mobilität sei dabei ebenso ein wichtiges Thema. Man liebäugele schon damit, einen autonom fahrenden Bus zwischen Aschau in dem 15 km langen Tal bis zum Bergsteigerdorf Sachrang einzusetzen. Mit Werfenweng, dem E-Mobilitäts-Pionierort im Salzburger Land bestehe bereits eine Partnerschaft.

Generell sei der Focus auf naturnahen und sanften Tourismus ausgerichtet, nicht auf Event-Szenarien. Man nutze die lokalen und regionalen Schätze, überdenke diese und mit etwas „Hirnschmalz“ könne man diese auch zeitgemäß in Szene setzen. So kommen wir gleich auf eine besondere Aschauer Attraktion zu sprechen.

Starkoch Heinz Winkler ganz privat auf seinem „Bankerl“ vor der Residenz
Könnte eine Szene aus einer künftigen Netflix-Serie „Lausbuamgschichten“ sein – Autor und Tourismuschef beim Probe-Sitzen

Einzigartige „Bankerl“-Dichte

Herr Reiter darf sich auch als Ideengeber und Erfinder der „Aschauer Bankerl“ bezeichnen. Ursprünglich wollte er den Besuchern seines Ortes einfach genügend Bänke zum Verweilen und Entschleunigen anbieten. Über die Jahre entstanden daraus 470 Bänke, was bescheinigter Weltrekord an Sitzbankdichte ist. Doch damit nicht genug. 200 davon sind als Themenbänke, von Bürgern und Unternehmen gespendet, besonders gestaltet und bieten eine schier unglaubliche Ideenvielfalt für das, was man aus einer normalen Sitzgelegenheit alles machen kann. Es sind sozusagen die Bankerl der Bürgerschaft, des Gemeinschaftsgeistes. Diese thematischen Sitz-Orte bleiben aber auf 200 begrenzt. Da gibt es etwa die Himmelswiege, das Skibankerl, das Rentnerbankerl, die Tod-und-Deifi-Bank oder das Lausbuben-Bankerl und noch viele weitere Verweilmöbel mit Charakter. Die Bankerl machen Aschau dadurch unglaublich bunt, individuell und regen zum Innehalten und Betrachten ihrer jeweiligen Umgebung an. Ergänzt zum „Bankerl-Wesen“ gibt es noch eine Aschauer Tour, die Aschauer Genuss-Tour. Ein geniales und zur Nachahmung anregendes Gesamtkonzept. Aus meiner Sicht war deshalb der Bayerische Tourismuspreis für diesen ganz speziellen Ansatz „a gmahde Wiesn“ („eine todsicher Sache“).

Die Aschauer Genuss-Tour, den Besuch des heutigen Markttages bei dem es ausschließlich saisonale Produkte gibt und den Schlossbesuch werde ich nachholen müssen. Heinz Winkler erwartet uns nämlich schon im sonnigen Pavillon seiner Residenz.

Gespräch mit Heinz Winkler und den Tourismus-Experten von Aschau im Pavillon von Heinz Winklers Residenz.

Die Kampenwand – erschlossen mit moderner Technik

Angekommen, berichtet der Tourismus-Chef von der gestrigen Einweihung eines Leitungssystems, das einzigartig im Alpenraum sei. Die 1669 Meter hohe Kampenwand ist nämlich nun der erste Berg, auf dem zwölf Berghütten durch ein System mit Trinkwasser, Abwasser und Strom an das Netz der Gemeinde Aschau angeschlossen seien. Ein Glasfaserkabel wird künftig auch Internet auf 1.400 Metern möglich machen.

Mit Starkoch Heinz Winkler diskutieren wir in erweiterter Runde dann noch eine halbe Stunde über E-Mobilität und Nachhaltigkeit, Nahwärmeversorgung, Ladestationen für E-Autos und das Projekt Bürger-Mobil in der 6.000 Menschen zählenden Gemeinde.

Nach herzlicher Verabschiedung von Heinz Winkler und seiner Familie und dem tollen Erlebnis des einmaligen Fünf-Sterne-Wohnens begleitet durch ein Drei-Sterne-Menü vom Maestro mache ich noch einen kurzen Abstecher zu einem besonderen Blickwinkel auf Aschau und den Chiemgauer Charakterberg.  Auf schmalem Feldweg ist der angestrebte Ort bald erreicht, nur das leise Bimmeln der Glocken am Halsband der vier Jungrinder auf der Bergwiese ist zu vernehmen, und so versenke ich mich einige Minuten in den Anblick auf Ort und Berg. So muss es sein, so kann es bleiben.

Aschau im Tal liegend, dahinter erhebt sich die Kampenwand
Aschau und die Kampenwand mit Musik

Vom Bayrischen Meer wieder bergwärts

Die Tour auf der Deutschen Alpenstraße soll aber weitergehen. Das Traumwetter lockt zu weiteren Zielen und meine nächsten Termine auf der Strecke stehen ja schon fest. So folge ich dem Asphaltband auf seinem nächsten Vorstoß hinaus ins Alpenvorland, der mich bis Bernau am Chiemsee führen soll. Als würde sie sich daran erinnern, dass sich direkt am “Bayerischen Meer” keine Alpen befinden, schwingt die Straße wieder nach Süden und bergwärts. Hinter Unterwössen wird die Deutsche Alpenstraße ihrem Namen wieder ganz gerecht und bleibt dies auch bis zu ihrem Ende in Berchtesgaden.

Auffahrt auf den Samerberg mit Blick zurück auf das Inntal und die Berge um das Sudelfeld

Ihre guten Absichten zeigt sie gleich am Maserer-Pass südlich von Unterwössen, der zwar keine 800 Meter hoch ist, aber wieder einige Kurven bietet und sogar eine echte Kehre.

Gut Steinbach – Nachhaltiges und Regionales auf Top-Niveau 

Dann ist Reit im Winkl erreicht, das seinen Namen völlig zu Recht hat, denn wie im hintersten Winkel der Berge ist es eingerahmt von Ausläufern des Kaisergebirges und den Chiemgauer Alpen. Der „Winkl“ schafft es auch, den Schnee irgendwie festzuhalten, denn Reit gilt als einer der schneesichersten deutschen Skiorte.

Das Fortshaus beherbergt die Rezeption & die exclusive Moltke Weinlounge

Der knollige Zwiebelturm, schöne alpenländische Häuser und Lüftlmalereien an den Wänden machen die Gemeinde zu einem sehr malerischen bayerischen Dorf. Seit es 1858 der bayerische König Maximilian II. besuchte, wurde der versteckte Ort richtig hip unter Adeligen, Reichen und Künstlern. Maximilian, der Vater von Märchenkönig Ludwig II., war großer Naturfreund und unternahm eine ausgedehnte Reise vom Bodensee durch die Bayerischen Alpen bis nach Berchtesgaden. Tatsächlich war diese Reise, die damals noch ziemlich kompliziert mit Wandern und Kutschfahrten zusammengezimmert war, der Ausgang für die Idee der Deutschen Alpenstraße.

Wenn also Maximilian in Reit im Winkl königlich abstieg, dann will ich das gerade mal 164 Jahre später ebenfalls,  bürgerlicher, aber auf hohem Niveau tun. Was sich schnell arrangieren lässt, denn im Gut Steinbach Hotel & Chalets, ruhig und ein wenig außerhalb von Reit im Winkel auf einem Plateau gelegen, kann man sich wahrhaft königlich verwöhnen lassen. Vielleicht auch deshalb, weil das Hofgut, das sich seit 2010 im Besitz der Familie einer echten Gräfin und einem echten Grafen befindet. Gräfin Susanne und Graf Klaus von Moltke wurden schon mehrfach für ihre Hospitality-Leistungen ausgezeichnet, der Küchenchef Achim Hack mit dem Grünen Stern des Guide Michelin. König Maximilian würde staunen, was sich in seinem kleinen Bergdorf alles getan hat, unternehmerisch als auch nachhaltig kulinarisch!

Am Abend wird mir die Ehre zuteil, mit der Inhaberfamilie zu speisen. In gelöster Atmosphäre und dem stilvollen Ambiente der Tiroler Stubn kommen wir schnell zum Thema Nachhaltigkeit, dem sich Gräfin und Graf ernsthaft und konsequent verschrieben haben.

Wir nutzen die Zeit bis zum Beginn des Abendmenüs, um, wie auch schon bei Heinz Winkler, über regionale Produkte für Speis und Trank, die E-Mobilität und Ladeinfrastruktur und vor allem über das Nachhaltigkeitskonzept für das Gut und die Hotel Challets zu sprechen.

Warm-up zum Abendessen- im Dialog mit Gräfin Susanne und Graf Klaus von Moltke in der Tiroler Stubn

Zwei Dreiklänge prägen die Überschrift des eigenen Nachhaltigkeitsberichtes: Ökologisch, sozial, ökonomisch und Heimat, Ruhe, Boden. Unter diesen Überschriften subsumieren sich Regionalität und E-Mobilität, die Zusammenarbeit mit lokalem Handwerk und die Verarbeitung ausschließlich natürlicher Rohstoffe. Das Konzept geht soweit, dass man etwa für die Anlage des Naturweihers auf Teichfolien verzichtete, stattdessen mit natürlichem Ton, Lehm und einer Granitschüttung arbeitete und natürlich die heimische Botanik in Bepflanzung Vorrang hatte.

Die Gräfin bringt noch ein, auch vom Biomasse-Heizkraftwerk in Reit im Winkel zu profitieren, wodurch eine 100-prozentige regenerative Wärmeversorgung auf Gut Steinbach gewährleistet sei. Auch seien auf dem Gelände E-Golfcarts für den Transport von Gästen und Material unterwegs. Die Ladeinfrastruktur mit aktuell sechs Ladepunkten für E-Fahrzeuge wolle man noch erweitern. Durch die Kooperation mit den örtlichen Fahrradgeschäften sei immer ein entsprechender Fundus für Gäste und Ausflüge mit Bikes gewährleistet und Küchenchef Achim Hack komme so oft es gehe, mit seinem Rennrad zu seiner Wirkstätte. Gräfin von Moltke erklärt, wie sie das gesamte Szenario des nachhaltigen Wirkens auf Gut Steinbach in einem jährlichen Nachhaltigkeitsbericht zusammenfasse. Dieser Bericht wurde 2020 zum Nachhaltigkeitskonzept des Jahres 2020 gewählt (Busche Verlag/Schlummer Atlas), worauf man auch ein wenig stolz sein könne.

Und während wir mit dem ersten Gang des Abendmenüs beginnen, erfahre ich noch mehr vom Nachhaltigkeitsansatz auf Sterne-Niveau. So seien 80 Prozent der Lebensmittel auf Gut Steinbach regional und deren Bezugsquellen kommen aus maximal 80 km Entfernung. Obst, Gemüse, Kräuter kämen soweit möglich aus dem eigenen Garten, Wildbret aus der eigenen, Bioland-zertifizierten Landwirtschaft.

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Impressionen aus der Hack´schen „80:80“ Küche auf Gut Steinbach – da möchte man Dahoam sein, nicht nur an diesem Abend

Die Zeit verging wie im Flug, das Abendessen auf Sterne-Niveau mundete und zum Abschied gibt mir Graf von Moltke noch auf den Weg, dass man hier natürlich bestens mit Internet versorgt sei, und die Digitalisierung des gesamten Betriebes auch dazu beitrage, weniger Ressourcen zu verbrauchen, z.B. durch digitale Dienstpläne, sensibilisiertes Empfangspersonal, sowie eben alle Prozesse, die sich sinnvoll digitalisieren ließen, zum Wohl der Gäste und der MitarbeiterInnen. Vieles mehr dazu könne ich mir ja noch während des Abends auf meiner Suite ansehen. Sozusagen als Betthupferl, fügt die Gräfin hinzu, dass sie mir den aktuellen Nachhaltigkeitsbericht gleich digital zukommen lassen wolle.

Mit Gedanken an den morgigen letzten Tour-Tag, einem gedanklichen Resumée des vorletzten Tour-Tages und Blick auf den Mond beschienenen Teich des Gutes lasse ich Tag fünf meiner E-Reise auf der Deutschen Alpenstraße ausklingen.


www.residenz-heinz-winkler.de

www.aschau.de

www.gutsteinbach.de

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