In neuem Kleid

Der Kona Elektro ist ein echter Bestseller. Was nicht verwundert, ist doch die Effizienz des kleinen Crossover außergewöhnlich, das Preis-Leistungsverhältnis top. Nun hat Hyundai dem beliebten Stromer eine Modellpflege angedeihen lassen.

Design

Über Design kann man trefflich streiten, aber den neuen Kona erkennt man auch, ohne Spezialist für Petitessen zu sein. Die Frontpartie ist schick gestaltet, man hat beim neuen „Gesicht“ auf die Reminiszenz eines Kühlergrills verzichtet. Auch das Scheinwerfer-Layout ist modernisiert worden. Neu sind sowohl die LED-Tagfahrleuchten als auch die LED-Scheinwerfer mit MFR-Technologie. MFR steht dabei für „Multifaceted Reflector“. Die Radhausverkleidungen haben nun vertikale Lufteinlässe bekommen, was die Aerodynamik verbessern soll. Alles in Allem ist der Kona glatter und – Neudeutsch – „sleeker“ geworden.

Farbenlehre

Den koreanischen Stromer, der inzwischen auch in Tschechien gefertigt wird, um die große Nachfrage bedienen zu können, schien es bislang nur in zwei Farben gegeben zu haben. Jedenfalls wenn man von den Fahrzeugen ausgeht, die man so im Straßenverkehr sieht. Bislang gab es jedoch bereits acht Außenfarben, weitere acht sind nun neu hinzugekommen. Sogar farblich abgesetzte Lackierungen soll es laut Hersteller nun geben.

Das Redesign wirkt nicht nur glatter, sondern auch frischer

Innenraumgestaltung

Auch was das Interieur betrifft, hat sich eine Menge getan. Das Cockpit-Display ist nun wertiger designed. Auffällig ist, dass man sich nicht an das minimalistische Audi- oder Tesla-Design angelehnt hat. Vielmehr könnte man hier von traditionellen, klassischen Interpretationen sprechen. Die Tankuhr gibt es genauso wie den „Drehzahlmesser“, wenngleich es inzwischen Batterie- und Power-Anzeige heißt. Zum Vorgänger hat sich allerdings eines nicht geändert. Immer noch bevölkern zahlreiche Schalter und Regler das Armaturenbrett. Auch das Display in der Mitte kommt nicht ohne eine weitere Schalterbatterie aus. Nun gut. Apropos Mitten-Display. Das ist relativ vollgepackt und an der Grenze zur Reizüberflutung – optional mit Touchscreen-Bedienung. Apple CarPlay und Android Auto sind ohnehin serienmäßig eingebaut. Insgesamt wirkt der Innenraum-Gesamteindruck nun hochwertiger.

Das Interieur des neuen elektrischen Kona ist funktionaler und vermittelt einen hochwertigen Eindruck

Architektur

Da auch der überarbeitete Kona als Verbrenner weiter existiert, gibt es weiterhin keinen Frunk. Dazu fehlt einfach der Platz. Aber Hyundai hat bereits angekündigt, dass die nächsten Elektrofahrzeug-Generationen unabhängig vom „Verbrennerdesign“ entwickelt werden. Sie beruhen dann auf einer eigenen E-GMP-Plattform, besitzen eine 800-Volt-Ladetechnologie und werden unter dem neuen Subbrand IONIQ auf den Markt kommen.

Neue Funktionen und Konnektivität

Das Telematiksystem Bluelink® verfügt im überarbeiteten Hyundai Kona Elektro über einen erweiterten Funktionsumfang. Dazu gehört beispielsweise die Steuerung von Fahrzeug- und Smartphone-Funktionen per Sprache. Die Bluelink® App auf dem Smartphone zeigt Reichweite, Batteriezustand und die verbleibende Ladezeit an. Das innovative Batteriemanagementsystem erlaubt dem Fahrer, die Ladezeit an seine Abfahrtszeit anzupassen oder aber Zeiten auszuwählen, in denen Ladestrom besonders preiswert zur Verfügung steht. Sobald der Hyundai Kona Elektro mit einer Ladesäule verbunden ist, kann der Nutzer den Ladevorgang per Knopfdruck auf seinem Smartphone über die Bluelink®App starten und stoppen sowie den Innenraum in der kalten Zeit elektrisch vorheizen bzw. im Sommer kühlen. Neu ist übrigens ein USB-Anschluss im Fond und eine Ambiente-Beleuchtung in den Fußräumen. 

Die klassischen Rundinstrumente dominieren, dazu eine Menge an Schaltern

Reichweite und Ladezeiten

Nach wie vor wird der Kona in zwei Versionen erhältlich sein. Einmal mit 64 kWh und 204 PS und einmal mit 39,2 kWh-Batterie und 136 PS. Da das neue Modell noch nicht für den deutschen Markt homologisiert wurde, geben die Koreaner auch noch keine Verbrauchswerte oder neue Reichweiten an. Top-Speed bleibt bei 167 bzw. 155 km/h. Geladen wir nun dreiphasig mit 11-kW-Onboard-Charger, allerdings beim kleinen Modell nur als Option. Gleichstrom-Laden geht nun bis 100 kW, das Vorgängermodell konnte maximal mit 75 kW „beladen“ werden. Dabei soll die 64 -kWh-Version in 47 Minuten von 0 bis 80% aufgeladen sein. An der Haushaltssteckdose dauert die Ladung von 10% auf 100% dann allerdings rund 21 Stunden 30 Minuten.

Wie gehabt: die Ladeklappe im Frontbereich

Sicher ist sicher

Beim neuen Kona Elektro erweitert Hyundai die bekannten Funktionen wie Notbremsassistent mit Fußgängererkennung, adaptive Geschwindigkeits-Regelanlage, Spurfolgeassistent und aktiven Spurhalteassistent, um nur einige zu nennen. Zum Angebot zählen nun auch ein Querverkehrswarner hinten mit Notbremsfunktion, der beispielsweise beim Rückwärtsausparken querende Fahrzeuge erkennt und ein aktiver Totwinkelassistent mit Ausparkfunktion. Beide Systeme warnen den Fahrer im Gefahrenfall nicht nur, sie greifen selbst auch aktiv durch gezielten Bremseingriff ein, um Unfälle zu vermeiden. Ebenfalls neu an Bord ist ein Anfahrhinweis, der den Fahrer alarmiert, falls er nicht reagiert, wenn das davor befindliche Fahrzeug beispielsweise an einer Ampel wieder losfährt.

Hinzu kommt noch ein „Ausstiegsassistent“, der akustisch warnt, falls beim Verlassen des Wagens Gefahr durch sich von hinten nähernde Verkehrsteilnehmer droht. Zudem verhindert das System dabei das Öffnen der Fondtüren. Der Insassenalarm warnt mit Hupe und Warnblinkanlage, wenn der Fahrer den Wagen verriegelt, obwohl sich auf den Rücksitzen noch Insassen befinden.

Auch die Heckansicht wirkt „freundlich“

www.hyundai.de

Text: Bernd Maier-Leppla/Peter Grett
Fotos: Hyundai

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