Lautlos auf Langstrecke Learnings aus der ADAC 24h e-competition

Egal ob in diesem oder im nächsten Urlaub: Wenn die Fahrt mit dem E-Auto zurückgelegt wird, sind Erkenntnisse zur Langstrecke wichtig. Bei der ersten ADAC 24h-e-competition am 18. und 19. Februar auf dem 4,574 Kilometer langen Grand-Prix-Kurs ging es nicht allein um Geschwindigkeit. Immer Im Fokus: effizientes Energiemanagement Das heißt: Sich die Energie über die Distanz einteilen! Ende Oktober 2022 soll schon die nächste ADAC 24h e-competition stattfinden. Es geht immer um’s Kilometer-Machen. „Es gilt, in 24 Stunden am meisten Runden zu fahren, und das inklusive der Ladezeiten – bei möglicher Ladeleistung von bis zu 22 kW,“ fasst Alexander Nieland von e4 Testival, Organisator der ADAC 24h e-competition, eine Hauptregel zusammen. In der ADAC 24h e-competion starten zu 100 Prozent Serienautos, und zwar mit vollelektrischem Antrieb. 17 Teams traten in vier Fahrzeugklassen gegeneinander zuletzt im Februar an, mit dabei der Kia e-Niro und der Kia e-Soul. Beide Autos verfügen über einen 64-kWh-Akku. Und: Der Kia e-Soul ist für ADAC Mitglieder im ADAC E-Leasing Programm aktuell verfügbar.

Einige Erkenntnisse für Alltag und Urlaubsfahrt

  • E-Fahrzeuge (Serienautos) halten den 24 Stunden-Dauerstress durch. Es gab in der ADAC 24h e-competition keine Fahrzeugausfälle.
  • Längere Urlaubsstrecken sind für moderne E-Autos kein Problem.
  • Aber: Es kommt auf das richtige Energiemanagement an, das heißt: Energie über die Distanz einteilen! Gleichmäßig fahren und Ladestopps vorausplanen.
  • Die Gesamtstrategie (vorausschauender Fahrstil, Energieeinteilung sowie das Laden) spielt eine herausragende Rolle. Zum verbrauchsarmen Fahrstil gehört auch beim E-Auto dazu, starkes Beschleunigen zu vermeiden. Rekuperation ist auf der Verbrauchs-Rennstrecke und Autobahn wenig relevant, im Alltag bei Stadt- und Überlandbetrieb aber umso wichtiger, um Energie zu sparen.
  • Beim Fahren immer auf die Batterie- und Ladekapazität achten! Aus der Ladestrategie auf der Rennstrecke wird im Alltag und Urlaub Ladeplanung: Dabei ist zu bedenken, dass eine Ladesäule zugeparkt oder defekt sein kann. Plan B oder C sind dann entscheidend.
  • Den Akku nur selten leerfahren! Für den Alltag gilt es, das E-Auto nicht zu oft unter 20 Prozent Batteriekapazität fallen zu lassen. So lebt der Akku länger. Im Langstreckenrennen ist diese Regel nicht so wichtig, da Zeitdruck und Ladestrategie hier anderes vorsehen.
  • E-Auto Akkus funktionieren am besten bei Temperaturen zwischen 15 und 25 Grad Celsius. Beim 24-Stunden-Verbrauchsrennen herrschten, laut Aussage der Organisatoren, an Tag 1 tagsüber 15 Grad Celsius, also eine Temperatur im „Wohlfühlbereich“. Nachts kühlte es auf sechs Grad ab. An Tag 2 herrschten um die zehn Grad.
  • Beim Langstreckenwettbewerb herrschten extreme Sturmböen vor und teilweise gab es auch Starkregen. Es zeigte sich, dass Langstrecken auch bei schwieriger Wetterlage elektrisch zu bewältigen sind. Die Fahrer der Kia-Teams berichteten auch von „schlechten Sichtverhältnissen“. Trotz Extremwetter: Keine Fahrzeugausfälle bei der ADAC 24h e-competition.
  • Für das Rennen wurde von den Teams, die mit Kia e-Niro bzw. Kia e-Soul unterwegs waren, ein optimaler Geschwindigkeitsbereich von 60 km/h bis 90 km/h angegeben. Gerade der Bereich um 90 km/h scheint auch im Alltag der „Sweet-Spot“ zu sein.
  • Im 24-Stundenrennen wurde mit ungefähr 20 kW geladen (das ist noch kein Schnellladen), um gleiche Bedingungen für alle E-Autos zu schaffen. Schnellladen mit 50 Kilowatt oder noch mehr Leistung ist im Alltag oder Urlaub sinnvoll. Generell sollte es aber dosiert eingesetzt werden, da zu häufiges Schnellladen auf die Lebensdauer des Akkus schlagen kann. Trotzdem sollte ein E-Auto immer einen CCS-Anschluss haben, der schnelles Laden ermöglicht. Damit wird die Flexibilität eines Strom-Pkw im Alltag deutlich erhöht.  Schonender für den Akku ist das regelmäßige Laden bei geringen Ladeleistungen via AC (Wechselstrom). Viele E-Autos haben auch Apps, mit denen sich das Laden programmieren lässt. Der Akku erreicht dann schonend den gewünschten Ladezustand.
  • Beim Laden auf einer Urlaubsfahrt lässt sich die Zeit nutzen, um touristische Sehenswürdigkeiten zu besuchen oder eine andere Art der Freizeitgestaltung einzuplanen. Ganz nach dem Motto „der Weg ist das Ziel“. Dies setzt aber auch ein Stück weit eine Änderung der Autoreisekultur voraus. Und: Abhängig ist man beim Laden auf Reisen von der Ladeinfrastruktur, die nicht nur an den Autobahnen, sondern auch an touristischen Destinationen vorhanden sein sollte.
  • Im Verbrauchsrennen ist ein Navi unnötig, aber für die Langstrecke im Alltag oder Urlaub ist dieses Hilfsmittel unerlässlich. Denn: Um eine Langstrecke gut zu bewältigen, ist eine Navigation mit dem kürzesten Weg zum Ziel sowie mit angezeigten Ladesäulen wichtig. Für neue Fahrzeuge, etwa den Kia EV 6, ist die intelligente Routenplanung laut Hersteller in Vorbereitung. Alle Kia-Kunden, inklusive Leasingnehmer, können über die Kia Charge-App ihre Ladestopps planen.
  • Verbrauchs- und Langstreckenrennen liefern Erkenntnisse für den Motorsport und den Betrieb von E-Autos. Fahrzeugzulieferer und Hersteller interessieren nicht nur die Performance des Akkus, sondern auch Lenkung, Bremsen und andere Fahrzeugteile. Diese Erkenntnisse aus Rennen mit Serienautos nutzen dann wiederum dem Verbraucher im Alltag.
  • Fahren im Windschatten: Wird in Verbrauchsrennen teilweise praktiziert. Im Straßenverkehr ist davon abzusehen, da Mindestabstände schnell unterschritten werden.

Comedian Thomas M. Held und Dr. E (alias Dr. Christian Buric/ ADAC SE) haben sich – nicht ganz ohne Augenzwinkern – auf der Rennstrecke umgesehen und die Kia Teams befragt:

Wie urlaubstauglich ist der Kia e-Soul eigentlich?

E-Autos sind schon lange keine Stadtmobile mehr. Der e-Soul passt für nahezu alle Alltagssituationen, Wochenendausflüge sowie für gelegentliche Urlaubsfahrten. Gut zu wissen, falls man doch nach einem baugleichen Verbrenner sucht: Kia ist beim Crossover-Fahrzeug Soul und der Elektrostrategie konsequent: In der dritten Generation wird es den Soul, der inzwischen Kultstatus-Flair hat, nur noch als vollelektrisches Auto geben. Die Leistung von 204 PS gibt genug Power für flotte, elektrische Überholvorgänge. Der Kofferraum fasst 315 Liter. Der Stauraum ist insgesamt auf 1339 Liter erweiterbar. Will man gern doppelt elektrisch unterwegs sein: Auch E-Bikes lassen sich leicht auf das E-Auto montieren.

Die Ladekante des e-Soul ist allerdings 75 Zentimeter hoch. Gepäck muss also schon ein Stück nach oben gehoben werden. Die Realreichweite im Sommer reicht, je nach Fahrweise, an die 400 Kilometer heran. Das Aufladen am Schnelllader von 20 Prozent auf über 80 Prozent dauert etwa eine Stunde. Natürlich gibt es Autos mit neuerer Ladetechnologie, wie sie etwa der Kia EV 6 verbaut hat. Der EV6 ist deutlich flotter in der Stromaufnahme und dadurch für Urlaub und Langstrecke noch besser geeignet. In der ADAC 24h e-Competition spielte Schnellladen aber keine Rolle! Um faire Möglichkeiten für alle Teilnehmer zu gewährleisten, war keine Schnellladung möglich und es wurde einheitlich via Gleichstrom mit bis zu 22kW geladen.

Geschrieben von
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