Tag 4 Tour-Blog zum Special „Slowenien nachhaltig erfahren“ – mit dem Polestar 2

Nach dem Frühstück erfuhren wir vom Direktor des Soca-Hotels einiges zu den Möglichkeiten und Schwierigkeiten beim Aufbau einer Ladeinfrastruktur für E-Fahrzeuge. Die einzige Ladestation in Bovec funktioniere nicht. So musste er uns nach unserer Tour zum Wasserfall und Restaurant Mangrt abends zur außerhalb des Ortes liegenden Ladesäule fahren und mit seiner Karte frei schalten.

https://www.hotelsoca.si/en/hotel/

Impressionen vom Sporthotel Soca in Bovec. Nachhaltig gebaut mit sehr viel Holz innen wie außen.  Die Charger für E-Fahrzeuge kommen sicher bald  auch noch… Der Eigentümer und Hotelier Goran klärte uns auf der nächtlichen Fahrt zum Ortsrand darüber auf, was noch alles in Sachen Tourismusentwicklung und e-mobile Infrastruktur zu tun sei. Wir waren dennoch froh, an der einzigen Ladesäule mit Strom versorgt zu werden.

Auf dem Weg zum Wasserfall Boca (Bild mit Polstar 2 in Bovec)
Letzte Haltemöglichkeit, dann geht es zu Fuß durch einen wundersamen Bergwald zum Wasserfall Boca. Grandios: Jurassic Park lässt grüßen.
Boca Wasserfall

Weiterfahrt zum Info Point TNP Trenta

Marko Pretner (Leiter des Infocenters Dom trenta)
Point TNP Trenta
Zentrum innen

Wer etwas über die Geschichte des Berühmten Soca-Tales und die künftige Entwicklung eines nachhaltigen Tourismus in dieser Region wissen möchte, kommt nicht umhin, sich mit dem Direktor des hervorragend gestalteten Info Points TNP Trenta zu unterhalten. Dies haben wir getan und werden im kommenden „Slowenien Special“ ausführlicher darauf eingehen.

https://www.tnp.si/en/visit/about-the-park/information-points/tnp-info-centre-dom-trenta/

Socca-Tal-Schlucht

Der Zeitplan des heutigen Tages war dicht gedrängt mit Zielen, die wir noch erreichen mussten: Das berühmte Restaurant Hiša Franko in der Nähe von Kobarid, das Weingut Klinec mit seinen bekannten Weinen aus biologischem Anbau und dann noch weiter nach Koper, der Hafenstadt an der Slowenischen Adria. Einige Impressionen von der Socca-Tal-Schlucht wollten wir auf dem Weg aber doch noch mitnehmen.

Restaurant Hiša Franko (wörtlich übersetzt: Franks Haus)

Wir hatten zwei Stunden für den Aufenthalt bei Ana Roš eingeplant, Fotographie und Filmen inklusive, natürlich auch das berühmte Menü über mehr als 10 Gänge. Ähnlich wie schon bei Joseph Zotter erging es uns im Hiša Franko. Aus 20 Minuten bei „Sepp“ Zotter wurden dreieinhalb Stunden und in Franks Haus sollten es viereinhalb Stunden werden. Unsere Tour-Logistik kam gehörig ins Schwanken.

In diesem Blog können wir die Highlights nur kurz skizzieren, im „Slowenien Special“ dann vertiefen, aber zu dem kulinarischen Gesamtkunstwerk – erinnern Sie sich auch an die Hundertwasser-Thermen in Bad Blumau – gibt es ein bisserl mehr Text zu den Bildern. Bad Blumau, Zotter, Hiša Franko, Klinec, Rico sind Ausnahme-Werke ihrer Schöpfer, Persönlichkeiten, die man nur bewundern kann. Ihre Lebensgeschichten würden Stoff für interessante Serien auf Netflix bieten. Ana Roš hat dies schon erreicht. In Netflix werden Sie Ana unter der Serie „Chef’s Table“ wiederentdecken.

In stenographischer Kürze: Ana Roš wurde 2017 von einem bekannten englischen Restaurant Magazin zur “World’s Best Female Chef ” gekürt. Die Vita von Ana Roš findet man in vielen Sprachen auf YouTube und vielfach abgebildet auf diversen Internetseiten. Einfach mal Hiša Franko eingeben oder Ana Roš und schon wird man fündig. Der Erfolg Ihrer Kochkunst und Ihres Teams wird umrahmt von einer Natürlichkeit der Räume im Restaurant, den Plätzen rund um das Haupthaus und als Krönung durch den bestens bestückten Weinkeller und einem Käse-Reifungsraum.

Wir konnten den „Proof of Concept“ machen. In Worten nicht zu fassen, eher noch in Bildern und der achtsamen Präsentation aller Gänge des Menüs. Am Ende zählten wir 26 Gänge, begleitet von Erzählungen der jungen Kellner in bunten Sacco-Kreationen, die uns die jeweiligen Kunstwerke offenbaren sollten. Rundherum ein Aha-Erlebnis. Konzentriert. Achtsames essen und genießen. Pure Freude. Wenn man sich auf derlei Geschmacksexplosionen einlässt, begleitet durch die aufklärenden Beschreibungen des engagierten Service – zum Teil wurden die Gerichte knieend erklärt, sozusagen auf Augenhöhe – erhält der Gast ein prägendes Ess-Erlebnis, das sicher seinen bewussten Umgang mit Speis und Trank nachhaltig beeinflussen wird. Die KöchInnen des Hiša Franko kreieren nur mit lokalen Produkten aus dem Sočatal, die gerade saisonal verfügbar sind. Anas Mann ist als Somelier für die Weine zuständig, Fisch, Fleisch und Pilze kommen von nahe gelegenen Erzeugern. Lange Rede: einen Tisch bestellen, Hinfahren, genießen und die Freude mit nach Hause nehmen.

https://www.hisafranko.com/de/

Vor dem Genuss: der Polestar, alias Black Horse, wird an die Ladestation angedockt. Unser Weggefährte ist ebenso durstig wie wir selbst.
Vor dem Gastraum im Garten starten wir mit einem Aperitif 
Und dann ging‘s los: Menue-Karte, „Showmaster“, mit einem handgroßen Eiswürfel mit dem eingestempelten Hiša Franko-Logo.
Impressionen of culinaric art (Auswahl aus der inszenierten Menüfolge)

Nach der Uraufführung im Restaurant Hiša Hiša fuhren wir mit 80% der Akkuladung und zweieinhalb Stunden Verspätung  weiter zu unserem nächsten Etappenziel, dem  Weingut Klinec, der Winzer Simona und Aleks Klinec, Begleitete uns bisher Sonnenschein, so nun zunehmend ein bewölkter Himmel.

Noch ein kurzer Halt, um trotz Zeitdruck einige Eindrücke der Weinbauregion Goriška Brda zu dokumentieren.

Schnappschüsse aus dem Auto vom Weinbaugebiet Goriška Brda

Geduldig und frohgemut empfing uns Simona mit einem Lächeln und bei einem gemeinsamen Anstoßen mit einem Muscateller aus Ihrem Weinkeller. Sogleich begann sie ihre Erzählung zum Anbaugebiet, der eigen Geschichte als Winzerin und die Entwicklung des Weingutes in den nächsten Jahren. Sepp, Ana, Simona, Pietro – sie alle zeugen von der Visionskraft starker Persönlichkeiten, die mit viel Fleiß und Ausdauer ihre Träume verwirklichen und gleichzeitig Freude für viele „Normal-Menschen“ erzeugen. Simonas Führung durch die Weinkeller, den Trockenraum für die großen Schinken, die Alten und neuen Keller mit den Fässern aus  Maulbeerbaum- und Akazienholz ließ uns eintauchen in den Arbeitsalltag einer Winzerin und dem selbstbewussten Präsentieren der erarbeiteten Schätze. Als wir uns verabschiedeten kam just in time Simona Freundin mit einer Kühlbox aromatischer Ziegen- und Schafkäse vorbei. Von Beruf Statistikerin und international für die EU unterwegs, pflegt Sie die Kunst des guten Käsens. So ging ein weiterer erlebnisreicher Tag unserer Tour durch Slowenien in die Endphase.

Klinec Weingut
Impressionen mit Blick auf die Weinberge

http://www.klinec.si

Führung durch die Schatzkammern von Klinec, Platz für 20.000 Flaschen pro Jahr, die Magnum-Flaschen nicht gezählt. Fünf verschiedene Weißweine und zwei Rotweine werden aus den Rebsorten der Region wie Jakot, Rebula, Malvazija, Verduc gekeltert.

Die freudige Verabschiedung der Freundinnen mit großer Gewissheit wieder zu kommen. Die Wochenenden mit 60 Plätzen für Gäste des guten Essens sind immer ausgebucht. Simonas und Aleks Kochkunst sind überregional bekannt. Und alles wird in der alten Kuchl zubereitet.

Körper, Rede und Geist waren vollauf zufrieden gestellt, also auf nach Koper, ans Meer für einen Tag Adria. Es sollte wieder Nacht werden, wenn wir unser Hotel Grand Koper erreichen werden.

Wir sind noch nicht am Endpunkt des Tour-Tages Nr. 4 angekommen. Es dunkelt und wir wollen die Kraft der 400 Black Horses nutzen, um unsere zweimal verschobenen Ankunftszeiten im Grand Koper zu reduzieren. Dort wartet die Marketing Managerin bereits auf uns, auch soll ein reservierter Tisch im Hotel-Restaurant auf die Verspäteten warten. Wir summen leise in Richtung Koper los.

https://www.grandcooper.com

Späte Ankunft im Hotel Grand Koper

Wir haben es geschafft und noch eine Ladereserve für 250 km an Bord. Das beruhigt. Wir werden folglich nicht auf dem nahegelegenen, öffentlichen Parkplatz vor dem Grand Koper laden müssen, zumal wir dazu eine slowenische Ladekarte benötigen würden. Unser Ladeplan für Slowenien sieht vor, an den Plätzen zu laden, die entweder 150 kW und mehr ermöglichen, oder über Nacht an den Übernachtungsorten mit einer Ladestation in Haus-Nähe. Die nächste Ladung bekommt Black Horse dann also morgen an den Salinen, während wir durch die Salzfelder geführt werden. Im ausführlichen „Slowenien Special“ werden wir auf das Thema Ladeinfrastruktur detaillierter eingehen.

Frau Stančič Kodarin, verantwortlich für Marketing/PR, erklärt uns den Werdegang des Grand Koper. Es sei gegenwärtig das einzige Hotel im Stadtinneren. Platz für mindestens fünf weitere Hotels im gehobenen Segment gäbe es noch genügend. Das Grand Koper sei also ein Pionier für die örtliche Hotellerie . Viele Touristen mieteten sich Appartments.

Meeresfrüchte und ein Dessert vom Feinsten hatte der Chef des Restaurants für unser Kommen vorbereitet. Ein würdiger Abschluss für einen Tag voller AHA-Erlebnisse auf unsrer Erkundungstour unter dem Motto des Touremo-Magazins. Nach einem kleinen Rundgang um den Stadtplatz ging es schließlich zurück ins Hotel

Top renoviert, bis ins kleinste Details designed. Das Interieur lässt sich beim Blick auf das äußere Fassade nicht erahnen.
Blick vom Hotelfenster auf den Yachhafen
Frühstück im Grand Koper wie in einem Hotel mit fünf Sternen

Dann starteten wir, bestens gestärkt, hinein in Tag 5 der Slowenien-Erkundung mit einem Polestar 2 und einem ambitionierten Reise- und Besuchsprogramm. Die Hauptattraktion des fünften Tages sollten die Salinen im Landschaftspark von Secovljesein.

Text: Elmar Thomassek
Bilder: Lutz Dürichen

Stationen: Bovec – Boca Wasserfall – Info Point TNP Trenta – Socca Tal-Schlucht – Hisa Franco – Weingut Klinec –  Koper

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