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Literatur trifft Genuss

Literatur trifft Genuss

Von der Redaktion·5 Min. Lesezeit

Erlebnisfahrten mit der Rhätischen Bahn durch Graubünden

Mit der Veranstaltungsreihe „Graubünden liest und genießt“ verbindet die Rhätische Bahn Literatur, regionale Kulinarik und eindrucksvolle Bahnreisen zu einem besonderen Erlebnis. An sechs Sonntagen von September bis Dezember 2026 kommen renommierte Schweizer Buchautorinnen und Buchautoren an Bord des Zuges, genauer gesagt eines historischen Speisewagens. Auf der Fahrt durch die Bündner Alpen begegnen sich Kultur, Impressionen von bezaubernden Gebirgslandschaften und Gaumenfreuden und machen jede Reise zu einem inspirierenden Erlebnis.

Anregendes Ambiente im „Gourmino“

Die Genussreisen führen im historischen Speisewagen Gourmino von Chur nach St. Moritz und zurück. Dieser vermittelt den „Zeit-Reisenden“ den Glanz der Belle Époque der Eisenbahn vor mehr als hundert Jahren.

Als drei im Auftrag der deutschen Mitropa gefertigte Wagons von 1929 und 1930 an auf die Bündner Schienen rollten, erstrahlten sie noch in klassischem Rot. Im Jahr 1949 konnte die Rhätische Bahn die eleganten Restaurants ersteigern.

Anfang der 1980er Jahre erfolgte eine Restaurierung des edlen Holzinterieurs sowie der Bordküchen, in denen seither wieder regionale Köstlichkeiten zubereitet werden. Ihr heutiges, charakteristisches Aussehen in Königsblau/Nachtblau mit goldener Aufschrift und den Namen „Gourmino“ erhielten die Schmuckstücke schließlich in den 1990er-Jahren als Homage an den glamourösen Pullman-Stil.

Lesungen von Bündner Literaten

Während also draußen die spektakuläre Alpenlandschaft entlang der UNESCO-Welterbe-Strecke mitsamt ihren faszinierenden Bergen und Viadukten vorbeizieht, sorgen Autorinnen und Autoren für die literarische Begleitung.

Für das diesjährige Programm konnte der Initiator Christian Imhof wieder namhafte Stimmen der Bündner Literaturszene gewinnen. Sie alle wurden bereits in einem der beiden Bände „Graubünden schreibt“ porträtiert. 

Mit dabei sind folgende Autoren/Autorinnen:

Gion Mathias Cavelty

lebt seit mehr als 30 Jahren in Zürich, wird aber trotzdem für sein Schreiben gerne dem Kanton Graubünden zugerechnet. Auch wenn er von sich behauptet, dass ihm gewisse Filter im Kopf fehlen, werden seine Bücher und Beiträge von der Leserschaft, aber auch von der Kritik gefeiert.

Köbi Gantenbein

aus Fläsch war 25 Jahre Chefredaktor und Verleger der Zeitschrift für Architektur, Planung und Design „Hochparterre“. Heute ist er Präsident der kantonalen Kulturkommission und der Stiftung Bündner Literaturpreis. Deshalb weiß er von den meisten in Graubünden erscheinenden Büchern und liest auch etliche. Selbst hat er über 20 Bücher veröffentlicht.

Angelika Overath

Es gibt wenige Bündner Autorinnen, die so oft in ihrem Leben für ihr Schreiben ausgezeichnet wurden, wie die Journalistin und Schriftstellerin Angelika Overath. Und wenige, die so viel veröffentlichen: Wenn ein Buch von ihr erscheint, steckt sie in der Regel schon mitten im nächsten.

Jörg Rutz

stammt aus Jenins in der Bündner Herrschaft und lebt heute in Landquart. Mit seinen Romanen verbindet er spannende Kriminalgeschichten mit authentischem Lokalkolorit und einem breiten gesellschaftlichen Kontext. Dabei interessieren ihn weniger einfache Lösungen als vielmehr die vielschichtigen Geschichten hinter den Menschen und ihren Entscheidungen. Nach seinem Debütroman „Tatort Madast“ und dem Nachfolger „Dunkle Zeiten“ setzt Jörg Rutz mit «Dunkler Sog» seinen Weg konsequent fort. Seine Geschichten zeichnen sich durch atmosphärische Dichte, glaubwürdige Figuren und eine enge Verbundenheit mit den Orten aus, von denen sie erzählen. Inspiriert von skandinavischen Kriminalromanen sucht er dabei stets nach den Grautönen zwischen Schuld und Unschuld und nach den Fragen, die noch lange nach der letzten Seite nachhallen.

Christian Imhof

ist Autor, Verleger, Journalist und ehemaliger Musiker. Seine unter dem Pseudonym Chris Bluemoon veröffentlichten Mundart-Alben erreichten mehrfach die Top Ten der Schweizer Hitparade. Hauptberuflich arbeitet Imhof als Chefredaktor der Regionalzeitung „Prättigauer & Herrschäftler“. Daneben wirkt er unter anderem als Gründer und Herausgeber des Online-Kulturmagazins „Qultur“ sowie als Begründer der Literaturinitiative „Graubünden schreibt“. Für sein Engagement wurde er 2023 mit dem Förderpreis des Kantons Graubünden ausgezeichnet. Imhof lebt mit seiner Familie in Schiers.

Bartli Valär/Coni Allemann

Sein Repertoire umfasst mehr als 80 Lieder, Sketche mit seiner Kunstfigur „Bartli Valär“ gibt es locker nochmals so viele – und was dabei fast ein wenig vergessen wird: Coni Allemann schreibt. Sein jüngstes Werk heißt „Geborä zum Heuä – Schtrubi Gschichtenä uf Walsertüütsch“.

Flurina Badel

ist im Unterengadin aufgewachsen, war während 16 Jahren anderswo und lebt heute wieder dort. Sie ist vielsprachig aufgewachsen und schreibt auch in mehreren Sprachen. Ihre beiden ersten veröffentlichten Bücher hat sie jedoch bewusst im Idiom „Vallader“ verfasst.

Kulinarik auf Schienen

Ergänzt wird das Programm durch ein mehrgängiges Menü. Die regionalen Spezialitäten unterstreichen dabei die kulinarische Vielfalt Graubündens.

Das Interieur des Gourmino bietet ein anregendes Ambiente
Das Interieur des Gourmino bietet ein anregendes Ambiente

Das Menü an Bord

Vorspeise Karotten-Apfel-Suppe

Hauptspeise Pouletgeschnetzeltes an Morchelrahmsauce, dazu Kartoffelstampf und Grilltomate.

Vegetarische Alternative: Dinkelgeschnetzeltes

Dessert Panna-Cotta

Die historische Atmosphäre im Speisewagen, die eindrucksvollen Ausblicke auf die Bündner Bergwelt und das abwechslungsreiche Kulturprogramm machen „Graubünden liest und genießt“ zu einem besonderen Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Kantons Graubünden.

Die Daten

Sonntag, 27. September 2026 mit Gion Mathias Cavelty Sonntag, 11. Oktober 2026 mit Köbi Gantenbein Sonntag, 25. Oktober 2026 mit Angelika Overath Sonntag, 8. November 2026 mit Jörg Rutz und Christian Imhof Sonntag, 22. November 2026 mit Bartli Valär Sonntag, 6. Dezember 2026 mit Flurina Badel

„Graubünden liest und genießt“: www.rhb.ch/de/genussreisen/graubuenden-liest/

Rhätische Bahn: https://www.rhb.ch/de/

Künstlerische Leitung: Christian Imhof, Qultur Verlag: https://www.qultur.ch/ und www.christianimhof.ch

Graubünden-Tourismus: https://www.graubuenden.ch/de

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