„Do you know the country…

…wo die Citronen blühn, Im dunkeln Laub die Gold-Orangen glühn?“. Nicht wenige Urlauber und Gäste von Österreichs Süden werden Goethes Frage spontan mit „ja, kenne ich“ beantworten.  Denn wer sich in Kärnten nach besonderen Ausflugszielen erkundigt, stößt mit hoher Wahrscheinlichkeit auf den Biozitrusgarten von Michael Ceron am Faaker See. Denn Besucher*innen dieser einzigartigen Erlebniswelt erwartet weit mehr als ein spezieller botanischer Garten mit über 280 verschiedenen, teils seltenen Zitrusgewächsen aus aller Welt.

Die Idee zu seinem „Zitrusparadies“ kam dem gelernten Gärtner Michael Ceron einst nicht über Nacht, sondern sie reifte, wie seine floralen Kostbarkeiten über einen längeren Zeitraum. Ein wichtiger Impuls war schließlich seine Beobachtung der weitverbreiteten Wegwerfmentalität, der zahllose Topfpflanzen nach ihrer Blüte zum Opfer fallen. Gerade in der Hotellerie landen viele aufwändig herangezogene Pflanzen nach der kurzen Sommersaison auf dem Komposthaufen. Diesem verschwenderischen und achtlosen Umgang mit seinen „Zöglingen“ wollte Ceron nicht länger zusehen. Am Ende seines Bewusstseinsprozesses war für ihn klar, sich künftig lieber langlebigen Gewächsen zuwenden zu wollen.

Das Ergebnis lässt sich seit 2008 in Österreichs erster Bio-Zitrusgärtnerei mit seinem 4000 Quadratmeter großem mediterranem Garten und einem sechs Meter hohem Gewächshaus bestaunen.

Mehr als ein Botanikum – der Bio-Zitrusgarten ist auch eine beliebte Eventlocation

Darin befinden sich neben Sitzgelegenheiten für Besucher oder Gäste verschiedener Veranstaltungen 3000 Bäume und mehr als 280 verschiedenen Sorten von Zitrusgewächsen. Da gibt es unter anderem Speisezitronen, Zedazitronen, Pomelos und Bergamotten. Immer blühen hier einige Sorten, andere hängen reif und schwer am Baum. „Die Zitronen, die wir im Supermarkt kaufen, sind alle nicht reif und daher sauer. Anders geht es gar nicht, denn eine vollreife Zitrone ist nicht haltbar, die verschimmelt innerhalb weniger Stunden bis Tage“, erzählt Ceron. Und, dass es Zitronen gäbe, die erst nach 50, 60 Jahren zum ersten Mal blühen. „Ich habe jetzt einige Sorten angepflanzt, deren Blühen ich nicht mehr erleben werde“, erklärt der eloquente 57-Jährige gerne auf Führungen. „Zitrusfrüchte gehören übrigens zu den Beerenfrüchten, es gibt an die 1600 Sorten. Einer meiner Stars ist Buddhas Hand, eine Zitrone mit zehn bis fünfzehn Fingern.“

Gegen ein Eintrittsgeld kann man das alles bewundern, wobei auch die bis zu vier Kilo schwere Crispifolia oder die australischen Fingerlimetten, die im unreifen Zustand aussehen wie Essiggurken, zu den Publikumslieblingen gehören. Die wertvollsten aus Cerons Sammlung stammen aus den Gärten der Medici aus dem 16. Jahrhundert. Es wachsen Zitronen, Grapefruits, Bergamotten, Pomelos, Orangen, Mandarinen, Limetten, Bitterorangen und Kumquats aus ganz Südeuropa, China, Indien, Südamerika, Afrika und Australien. Im Jahr 2019 zog der besondere botanische Sinnes- und Erlebnisgarten erstmal mehr als 40.000 Besucher an. 

Auch Verkostungen, Fachvorträge oder Seminare gehören zum Angebot der Zitrusgärtnerei. Der Verkaufsschlager aber sind laut Ceron Topf-Zitronen, Dünger und Zitronen-Erde. „Die Töpfe sind aus Ton und die Erde ist ganz speziell. Ich habe mich lange mit Substraten und Erdmischungen herumgespielt, bis ich die passende gefunden habe.“ Die spezielle Bio- Zitruserde soll die Zitronenbäume auch bei Hobbygärtnern blühen lassen. „Ansonsten bekommt man in Österreich meist die falsche Erde und deswegen gehen so viele Topf-Zitronen ein oder verfaulen.“  Aus diesem Grund hat Ceron vor etwa 5 Jahren so etwas wie ein „Zitronen-Sanatorium“ aufgebaut: Jeden Samstag, von April bis November, hält er einen Workshop, in dem er verzweifelten Amateurgärtnern Tipps gibt und repariert, wo es noch etwas zu reparieren gibt. Wegen des großen Erfolgs seiner „Zitrussprechstunde“ wird sie im Juli und August diesen Jahres zusätzlich auch am Montag stattfinden.

Ausgebaut werden soll auch der kulinarische Sektor. Schon jetzt gibt es im Shop unter vielem anderen Zitronengin, Zitronen-Eistee oder eingelegte Salzzitronen zu kaufen. Und nicht zuletzt – in Zusammenarbeit mit dem Bio-Schokoladenpapst Zotter – Zitronenpralinen. Manche Sorten vor allem die Buddhashand & Zedazitronen werden nur an ausgewählte Spitzenköche abgegeben.

https://www.zitrusgarten.at

In den BioZitrusgarten kann man auch Live schauen: https://www.zitrusgarten.at/galerie/zitruscam-live

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