Geht doch! Citroën ë-C3: E-Europäer für 23.300 Euro

Kaum etwas wird mehr beklagt als das Fehlen eines vollwertigen Elektro-Kleinwagens aus europäischer Produktion, zu einem auch für junge Familien bezahlbaren Preis. Der Dacia Spring kann das nicht so recht leisten, zu sehr steht hier der Sparzwang im Vordergrund, zu kleinformatig ist das Konzept, auch wenn die starken Verkaufszahlen zeigen, dass hier nichtsdestotrotz ein reeller Bedarf getroffen wurde. Der Opel Corsa Electric kostet dagegen schon über 11.00 EURO mehr und Volkswagen ziert sich weiter mit seinem ID.2. Auf den neuen elektrischen Renault 5 wartet man indes gespannt. 

Und so kann der ë-C3 sich völlig zurecht als echter Pionier verstehen und Citroën für sich verbuchen, die Elektromobilität im ansonsten stiefmütterlich behandelten B-Segment vehement voranzutreiben. Wie bei Stellantis üblich, wird der ë-C3 dabei nicht auf Dauer das einzige Modell bleiben, das in dieser Manier konzipiert ist.

Was hier etwas hochbeinig und kantig an das Konzept des Oli, ein wenig auch an den Range Rover Evoque, den Jeep Avenger oder VW’s T-Cross erinnernd, daherkommt, kann sich durchaus sehen lassen. Denn der ë-C3 ist alles andere als ein Sparmodell. Wo man auch hinsieht, sei es die Karosserie, das Lounge-Ambiente mit viel Platz und den „Advanced Comfort“ Sitzen, das Infotainment oder die Assistenzsysteme, alles wirkt wertig. Das „Advanced Comfort“ Federungskonzept und die Sitze warten mit Citroën-typischem Couch-ähnlichem Sitzkomfort auf. Überall herrscht eine eigenständige und zugleich hochwertige Anmutung. Selbiges gilt auch für den Antriebstrang mit dem 83 kW starken Front-Motor und einer 44 kWh Batterie, die an AC mit 11, bei DC mit 100 kW geladen werden kann, was Citroën zufolge eine Ladung von 20 auf 80 Prozent in unter einer halben Stunde ermöglicht. Und eine Reichweite im kombinierten Zyklus von bis zu 320 Kilometern. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 135 km/h.

Auf dem Papier also viel Auto fürs Geld, was durch die speziell adaptierte CMP Smart-Car Plattform des Stellantis Konzerns ermöglicht wurde. Aber in diesem Konzept steckt mehr.

Kompaktes Raumwunder in puristischem Design

Vom Kunden aus gedacht

Gut durchdacht bis ins Detail: Der Neuling steht 100 mm höher als sein Vorgänger e-C3, was Übersicht sowie Ein- und Ausstieg erleichtert und sich auch in der Kopffreiheit bemerkbar macht. Ein analoges Anzeigenfeld fehlt, alle Infos erscheinen via Head-up-Display unter der Windschutzscheibe direkt im Sichtfeld des Fahrers. Eine Info-Doppelung entfällt also, wie Citroën mit Verweis auf die Konkurrenz etwas anzüglich anmerkt. Das neugeformte Lenkrad ist dabei in Abstand und Höhe verstellbar, so hat man die Infos stets gut im Blick.

Am Anfang womöglich etwas befremdlich ist die Absenz analoger Instrumente

Nur zwei Ausstattungen 

Auch hier geht Citroën neue Wege. Anstatt den Kunden in das Labyrinth des Konfigurierens mit oftmals verwirrenden Paket-Lösungen zu steuern, vertraut der französische Hersteller auf das Prinzip „Einfach“. Für den Basispreis von 23.300 EURO gibt es die Ausstattung „You“, die mit den heute üblichen Assistenzsystemen, plus einer Abblend-Automatik usw. schon ziemlich üppig daherkommt. Will man etwa größere Felgen, einen Touchscreen mit Apple Car Play und Android Auto und die zugegebenermaßen sehr schicke Zweifarblackierung, ist man an die Ausstattung „Max“ für 27.800 EURO verwiesen. Schon in der Grundversion sind über die MyCitroën App bzw. e-Routes App Remote-Funktionen und Ladestopp-Planung möglich. Die Farbpalette umfasst fünf Töne, in der Linie Max stets kombiniert mit einem schwarz oder weiß lackierten Dach.

Die Ladebuchse für AC/DC befindet sich hinten links

Einsatzgebiet

Der ë-C3 deckt die in der Realität vorherrschenden Fahrprofile recht gut ab. Reell vermutlich gut 250 Autobahn-Kilometer in Verbindung mit der 100 kW Ladeleistung und der komfortbetonten Fahrwerksauslegung lassen auch mal größere Ausflüge oder nicht allzu große Reisedistanzen zu. Ansonsten ist der Wagen eher für die kürzeren Wege in und um die Städte herum vorgesehen. Damit adressiert er den realen Bedarf doch ziemlich genau. Das kantige Design erlaubt einen Zuwachs aller Innenmaße inklusive Kofferraum-Volumen und trägt zum Lounge-ähnlichen Ambiente bei. Gerade die höhere „Beinfreiheit“ von 163 mm und die dabei nur minimal gewachsene Länge (4,01 m) qualifizieren den Wagen vor allem für innerstädtische Einsätze.

Ergibt ein Produkt, das nicht nur als Zweitwagen seine Existenzberechtigung hat. Wir sind gespannt, wie er sich im Alltag schlagen wird.

Und ab nächstes Jahr: 19.990 EURO für 200 km Reichweite

Der ë-C3 wird ab dem kommenden Frühjahr ausgeliefert, später in 2024 soll dann eine Variante mit abgespecktem Akkupack folgen, für die Citroën einen Einstandspreis von nur 19.990 Euro aufrufen will.

https://www.citroen.de/modelle/e-C3.html

Text: Werner Köstle
Bilder: Citroën

Geschrieben von
Mehr von Werner Köstle

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.