Kawasaki wird elektro-mobil

Als erster der „Big Four“, des japanischen Motorrad-Quartetts Honda, Kawasaki, Suzuki und Yamaha, bietet nun Kawasaki gleich zwei Versionen seines ersten E-Motorbikesan, die Z e-1 bzw. die Ninja e-1. Was hier – Kawaski-typisch – supersportlich daherkommt, sind  Bikes der 125 ccm-Klasse, die mit dem Führerschein A1 bzw. der Fahrerlaubniserweiterung B196 ab 16 Jahren Lebensalter bewegt werden dürfen.

Entsprechend präsentieren sich die Leistungsangaben. Es gibt zwei Fahrmodi, „Eco“ und „Road“, und dazu die Möglichkeit einer Extra-Leistungsabgabe für 15 Sekunden, genannt „Boost“, für herzhafte Ampelstarts und zügige Überholvorgänge. Dann realisiert der Motor 9 kW Leistung. Diese kann aber nur vom Modus Road aus aktiviert werden und das auch nur, wenn die Batterie noch über 34% an „Saft“ bereithält. Dafür schöpft sie dann auch die legale Grenze von 99 km/h voll aus, im normalen Betrieb sind im Modus Road 88, im Eco-Betrieb noch 66 km/h drin. Die Dauernennleistung beträgt 5 kW. Dass diese Daten einen Betrieb vor allem im urbanen Umfeld ermöglichen, ist einleuchtend und auch so gewollt.

Straßenmotorrad mit leichten Enduro- bzw. Tourer-Anleihen: Kawasaki Z e-1 …

Zu dem passt die Akkukapazität von 3 kWh, die auf zwei entnehmbare Einzelbatterien aufgeteilt ist. Dies ermöglicht eine Reichweite von ca. 75 Kilometern, innerstädtisch ist das o.k., aber schon in den „Speckgürteln“ kann es damit etwas eng werden. Smart sind jedoch die Lademöglichkeiten, extern mit Ladegerät oder über eine Docking-Station, oder aber am Bike selbst. Die Akkus wiegen jeweils etwa 11,5 Kg und bieten damit die Möglichkeit, auch in Etagenwohnungen mitgenommen werden zu können – sehr durchdacht und dem Einsatzzweck angemessen.

Dass Kawasaki den städtischen Nutzer bei der Entwicklung stets im Auge hatte wird auch daran sichtbar, dass auf eine Gangschaltung, wie sie noch die Prototypen aufwiesen, verzichtet wurde und an dessen Stelle eine Rangierhilfe, genannt „Walkmodus“, für vor- und rückwärts Schieben, z.B. in engen Parklücken, implementiert wurde. Bei der Kraftübertragung hat sich Kawasaki gegen einen Nabenmotor entschieden, das Hinterrad wird nach Altvätersitte und trotzdem modern per Kette in Rotation versetzt.

… und das supersportlich auftretende Pendant: Ninja e-1

Auch an der Sicherheit wurde nicht gespart, die Fahrwerke stammen wohl aus eigenen Mittelklasse-Motorrädern der 400 Kubikzentimeter-Serie, samt Bremstechnologie mit ABS. Somit kommen beide Bikes in einem sehr „erwachsenen“ Look daher. Dass sie trotzdem nur 135 Kg (Z e-1) bzw. 140 Kg (Ninja e-1) wiegen, dürfte hauptsächlich auf die kleine Batterie zurückzuführen sein. Diese wiederum hält nicht nur das Gewicht, sondern auch die Kosten in Grenzen. Wobei Kawasaki die Nennung der Preise für die allernächste Zukunft avisiert. Fallen diese nicht zu üppig aus, könnte das Konzept „viel Motorrad mit bescheidener Reichweite“ durchaus aufgehen.

www.kawasaki.de 

Text: Werner Köstle
Bilder: Kawasaki

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