Molkerei und Lebensmittelhändler starten Förderprogramm zum Klimaschutz

Mit dem Gemeinschaftsprojekt „Klimabauer“ unterstützen die Molkerei Berchtesgadener Land und PENNY Landwirte der Genossenschaftsmolkerei dabei, ihre Bauernhöfe energetisch zu optimieren. Ziel des Projektes ist, sowohl einen essentiellen Beitrag zum Klimaschutz, als auch zum Erhalt der familiengeführten Bauernhöfe im Alpenraum zu leisten und damit auch die besondere Natur- und Kulturlandschaft zwischen Watzmann und Zugspitze zu schützen.

Mit dem Programm werden Investitionen in energiesparende Technik und der Einsatz regenerativer Energieträger bezuschusst.

Beide Partner zahlen ein

Der Lebensmittelhändler verzichtet ab 25. Oktober 2021 beim Verkauf aller „Berchtesgadener Land“-Milchprodukte auf einen Teil der Handelsspanne und die Molkerei verdoppelt den Betrag. Auf diese Weise können auch die Konsumentinnen mit ihrer Kaufentscheidung zum Klimaschutz beitragen.

„Nachhaltigkeit ist ein zentraler Leitwert unserer Molkerei. Unsere 1.800 Landwirte im Alpenraum bei allen Maßnahmen zu unterstützen, die dem Umweltschutz dienen, ist seit jeher unser Ziel. Als Genossenschaft freut es uns besonders mit unserem Partner PENNY ein Förderprogramm entwickelt zu haben, bei dem alle zusammen – Handel, Unternehmen, Landwirtschaft und Verbraucher – an einem Strang ziehen. Klimaschutz geht nur gemeinsam“, betont der Geschäftsführer der Molkerei Berchtesgadener Land, Bernhard Pointner.

PENNY will im Jahr 2030 30 Prozent weniger Treibhausgase als derzeit emittieren, im gleichen Jahr sollen in den Lieferketten der nationalen Eigenmarken 15 Prozent weniger Klimagase anfallen. „Das schaffen wir aber nur im Zusammenspiel mit den Erzeugerinnen und Landwirten“ so Stefan Magel, Bereichsvorstand Handel Deutschland der REWE Group und COO PENNY.

Beratung als zentraler Bestandteil

Das Zukunftsbauer-Projekt startet mit einer intensiven Beratung für alle teilnehmenden Landwirten. In Form einer Online Informations-Veranstaltung werden sie direkt über das Förderprogramm informiert.  Im November folgt der Workshop „Energieeffizienz in der Landwirtschaft“, der Teil der „Wissenswerkstatt“ der Molkerei Berchtesgadener Land ist. Seit 1999 finden diese Kurse regelmäßig im Genossenschaftsunternehmen statt. Über 5.000 Landwirte haben bereits daran teilgenommen und sich in unterschiedlichsten Bereichen der Landwirtschaft weitergebildet. Im Energieeffizienz-Workshop wird ihnen gezeigt, wie sie ihre Höfe energetisch optimieren können – von der Milchkühlung bis zur Gebäudetechnik.

Leuchtturmprojekt „Huabahof“

Ab Januar 2022 sind Praxisfahrten mit Besichtigung von Musterhöfen geplant. Einer der Musterbetriebe ist der Hubahof von Franz-Xaver Demmel in Königsdorf. Der Öko-Landwirt und Ingenieur zeigt auf seinem Hof, wie eine weitestgehend CO2-neutrale Haltung der Milchkühe möglich ist: von der Photovoltaikanlage über ein Energie-Management-System, das es ermöglicht, den selbstproduzierten Strom zeitoptimiert für die elektrischen Maschinen und Geräte am Hof und im Stall zu nutzen.

E-Mobilität einmal anders: mit Ökostrom betriebener Futtermischwagen am „Huabahof“

Elektromobilität spielt dabei ein wichtige Rolle, wenn auch im Fall der Familie Demmel mit andersartigen Mobilen. Neben dem Elektroauto fahren nämlich auch ein Futtermischwagen und zwei Hoflader mit selbstproduziertem Ökostrom.

Landwirt Franz-Xaver Demmel zeigt seinen Energiespeicher

Individuelle Energiechecks

Darauf erfolgt eine Analyse der jeweiligen energetischen Situation bei den am Förderprogramm teilnehmenden Betrieben. Dabei werden die Energiefresser identifiziert und Optimierungsmöglichkeiten aufgezeigt. Anschließend erhalten die Bauern Vorschläge individuell angepasster Maßnahmen, die sowohl Energie sparen, die Effizienz steigern als auch den möglichen Einsatz bzw. Ausbau erneuerbarer Energien beinhalten können. Nach Ausarbeitung der Vorschläge in ein eigenes Konzept, können die Teilnehmenden dieses bei der Molkerei Berchtesgadener Land einreichen.

Auf das jeweilige Maßnahmen-Paket kommt es an

Ein Fachgremium bewertet die Konzepte nach einem festgelegten Kriterienkatalog. Dieses setzt sich zusammen aus Vertreterinnen von PENNY, der Molkerei Berchtesgadener Land, der Wissenschaft und Franz-Xaver Demmel als Energieberater. Ausgewählt werden die stärksten Maßnahmenkonzepte, die dann, unabhängig von der Größe des Betriebes, jeweils 50 Prozent – maximal bis zu 10.000 Euro – Förderung erhalten. Dabei ist der richtige Maßnahmen-Mix entscheidend: Es müssen mindestens zwei Maßnahmen umgesetzt werden. Diese sollen wenn möglich aus zwei der insgesamt fünf unterschiedlichen Energiebereiche Energieeinsparen, Energieeffizienz, Energieaufzeichnung, Energieproduktion und Eigenstromnutzung stammen.

Die Aufzeichnung des energetischen Status liefert wichtige Optimierungshinweise

Die Auszahlung der Fördersumme erfolgt umgehend. Nach Abschluss der Investition reichen die Landwirte die Rechnung zur Dokumentation nach.

Klima schützen und familiengeführte Höfe bewahren

Das Gemeinschaftsprojekt der Molkerei Berchtesgadener Land und PENNY fördert Investitionen in energiesparende Maschinen und Geräte wie beispielsweise Vorkühler in Milchkühlanlagen, elektrifizierte Landmaschinen oder effizientere Pumpen und Ventilatoren.

Auch die Anschaffung elektrischer Landmaschinen und Geräte ist förderfähig

Ebenso regenerative Energieträger wie Geothermie- oder Photovoltaikanlagen und Energiespeicher. Mit dem Förderprogramm „Zukunftsbauer“ leisten die Landwirte einen wertvollen Beitrag zur Energiewende und zum Klimaschutz.

Text: Peter Grett
Bilder: Molkerei Berchtesgadener Land

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