Kleinwalsertal nachhaltig erfahren – mit dem Opel Mokka-e Reise-Blog Tag 1

Ziel unserer e-mobilen Entdeckungsreise zu nachhaltigen Orten und besonderen Menschen ist diesmal eine Urlaubsdestination im österreichischen Bundesland Vorarlberg, die Enklave Kleinwalsertal. Sie befindet sich vom „Gipfelmeer“ der Allgäuer Alpen umgeben in einer Höhenlage von bis zu 1250 Metern und ist mit dem PKW nur über deutsches Bundesgebiet, nämlich über Oberstdorf im Allgäu, erreichbar.

Die Region wurde um das Jahr 1270 von Walsern besiedelt, einer Volksgruppe, die aus dem schweizerischen Wallis zuwanderte. Ihr spezieller Dialekt, der auch heute noch gesprochen wird, unterscheidet sich deutlich von den Nachbarn in Vorarlberg und im Allgäu. Die ca. 5000 Einwohner im Kleinwalsertal verteilen sich auf die vier Dörfer Riezlern, Hirschegg, Mittelberg und Baad.

Traditionelles Walserhaus

Zwischenstopp beim e-mobilen Biohotel Eggensberger

Um dem Münchner Berufsverkehr zu entgehen und bereits den Anreisetag ausgiebig nutzen zu können, startete ich zusammen mit meinem Freund Johannes Poschner, auf unserem Trip zuständig für das Fotografische, schon am frühen Morgen zu unserer Genuss- und Erprobungstour mit dem Opel Mokka-e. Mit vollem „Tank“, denn – oh Wunder – der öffentliche Charger in der Nähe, war nächtens ausnahmsweise nicht von parkenden Plug-in-Hybriden blockiert…

Um Mensch und Maschine vor der Einreise ins Kleinwalsertal nochmal aufzuladen, gestatteten wir uns noch einen kurzen Zwischenstopp im Allgäu beim Biohotel Eggensberger in Hopfen am See. Kurz deshalb, weil diese e-mobile Destination nicht nur über 14 Ladepunkte – versorgt mit selbstproduzierten Solarstrom – verfügt, sondern seinen Gästen zusätzlich sogar einen Schnelllader anbieten kann. Also Kabel eingesteckt, auf dem Balkon einen Bio-Kaffee und den herrlichen Ausblick auf den nahen Hopfensee und das Bergpanorama genossen und schon ging‘s weiter.

Zwischenstation im Allgäu: Mokka-e vor Hopfensee

Auch wenn wir demnächst im Touremo-Magazin einen eigenen Beitrag über dieses außergewöhnliche Hotel und seinen engagierten Chef Andreas Eggensberger bringen werden, hier schon mal ein kurzer Vorgriff: E-Mobilität ist für den Hotelier ein logisches und selbstverständliches Element seines umfassenden Nachhaltigkeitsanspruchs. Und sie ist dank eines attraktiven Mietangebotes von den Gästen unmittelbar erfahrbar. Aber auch die Mitarbeiterinnen profitieren vom eMobility-Enthusiasmus ihres Chefs. Den weiter entfernt Wohnenden stellt Andreas Eggensberger E-Autos für den Arbeitsweg zur Verfügung, anderen, in der näheren Umgebung Ansässigen, E-Roller oder E-Bikes.

Hotelier Andreas Eggensberger verschaffte uns höchstpersönlich eine Schnellladung

Sehr engagiert: DasTourismusbüro Kleinwalsertal

Schon bald erreichten wir unsere erste Station im kleinen Walsertal, die Tourismuszentrale in Hirschegg. Dort waren wir mit der Presseverantwortlichen Britta Maier verabredet. Da wir vor unserem Termin noch etwas Zeit hatten, konnten wir uns im Infobereich des großzügigen Foyers schon mal über manche Besonderheit der Region informieren. Johannes, bewandert in Sachen Geologie, war besonders angetan von der großen Vielfalt an Gesteinen und ihrer Schichtung. Als Umweltpädagoge im Erstberuf beeindruckte mich hingegen mehr deren Vermittlung anhand einer realen Installation. Vom eigentlichen Gegenstand, den „toten Brocken“, habe ich zugegeben wenig Ahnung. Aber wer ist schon in allen Naturthemen zuhause?

Gesteinsarten und ihre Schichtung anschaulich gemacht

Frau Maier hätte es sich durchaus leichter machen können, indem sie uns mit Prospekten und ein paar Basisinformationen versorgt hätte. Stattdessen nahm sie sich dankenswerter Weise viel Zeit, um uns anhand einer ausführlichen Präsentation die Besonderheiten und Attraktionen des Kleinwalsertals näherzubringen. Dafür und auch für ihre engagierte Informationsversorgung im Vorfeld der Reise möchten wir uns bei Frau Maier ausdrücklich und sehr herzlich bedanken!

Vorbildliches Leitbild „Natur bewusst erleben“

Die alpine Landschaft des Tals ist ein ökologisch hochwertiger Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten, aber auch ein bedeutender Wirtschafts- und Erholungsraum für Menschen. Um diesen zu erhalten sowie im Sinne der Naturverträglichkeit und Nachhaltigkeit fortzuentwickeln, wurde 2018 ein Gemeinschaftsprojekt von über 200 InteressenvertreterInnen gestartet, mit dem Ziel Natur, Wirtschaft und Tourismus in Einklang zu bringen. Das Motto „Natur bewusst erleben“ ist somit kein bloßer Marketing-geleiteter Slogan, sondern es steht für ein vorbildliches Bürgerbeteiligungskonzept. So wurden in ausführlichen Fachgesprächen die Nutzungskonflikte identifiziert und konkrete Lösungsvorschläge erarbeitet. Mit dem Ergebnis einer hohen Identifikation der Bevölkerung mit den getroffenen Maßnahmen.

Aktivurlaub mit Sinneserfahrungen

Was den Tourismus betrifft, bedeutet der Anspruch, der sich aus dem Leitbild ableitet, dass man sich nicht allein darauf beschränkt, Touristen eine herrliche Landschaft zu bieten und Besucherströme zu lenken. Dahinter steht ein modernes Umweltbildungskonzept in vielen Facetten. Im späteren Beitrag werden wir ausführlicher auf die einzelnen Angebote eingehen. Hier zunächst nur ein paar Stichworte: Freiwilligenaktionen zur Landschaftspflege mit Einheimischen und Touristen, Naturexkursionen z.B. „Wasserkraft erleben“, Lehrpfade z.B. über Alpenblumen, Natur-Vielfalt-Wochen z.B. zum Thema Schmetterlinge oder Wildnis-Tage für Kinder.

„Naturforscher-Abenteuer“ ganz im Sinne Pestalozzis – im Einklang von Herz, Kopf und Hand

Viele Angebote richten sich an Familien, die nach gemeinsamen Erlebnissen am Ende ihres Urlaubs oft emotional berührt und immer auch ein wenig informierter über die Natur und die Notwenigkeit ihrer Bewahrung die Heimreise antreten.

Vermittlung von Wissenswertem über Art und Verwendung von Alpenkräutern

Na sowas: Kühe mit Hörnern!

Frau Maier gab uns eine Broschüre mit dem Titel „Im Kreislauf der Natur“ über Landwirtschaft und Direktvermarktung im kleinen Tal der Walser mit auf dem Weg. Und da ursprüngliche Lebens-Mittel, ihre handwerkliche Herstellung und regionale Spezialitäten zu den Kernthemen unseres Magazins gehören, wollten wir uns nach dem Einchecken in unserem Quartier, dem „Genuss- und Aktivhotel Sonnenburg“, gleich mal einen Bauernhof mit Rinderhaltung ansehen. Noch bevor wir uns jedoch der schwierigen Aufgabe widmen mussten, eine Auswahl unter 39 Betrieben zu treffen, kam uns der Zufall zu Hilfe. Direkt an der Hauptstraße des Tales entdeckten wir in Riezlern den „Ferienhof Stephanie“ samt Bio-Bauernhof, eigener kleiner Molkerei und Hofladen. Da mein besonderes Interesse der Erhaltung alter und bedrohter Nutztierrassen sowie regionaltypischer Obst- und Gemüsesorten gilt, fragte ich Bernhard Fritz, den Besitzer des Betriebs als erstes nach der Art seiner Tiere. In der stillen Hoffnung, er würde die ursprünglich im Tal beheimatete, inzwischen äußerst seltene Rasse „Allgäuer Braunvieh“ halten. Nicht zu verwechseln mit dem Braunvieh-Reimport aus Nordamerika, der Hochleistungsrasse „Brown Swiss“. Zu meiner großen Freude bestätigte sich meine heimliche Erwartung.

Gleich zwei Besonderheiten: Original Braunvieh – noch dazu mit Hörnern

Noch besser, Herr Fritz holte die Rindergruppe eine halbe Stunde später von der nahegelegenen Weide, so dass wir auch noch an die passenden Fotomotive kamen. Zuvor lockte er jedoch noch einen Trupp, bestehend aus gemsfarbigen Gebirgsziegen und – sensationell(!) – Tauernscheckenziegen in den Stall. Diese schöne Rasse wurde vor einigen Jahren nur noch in einem einzigen Betrieb im Rauriser-Tal gehalten und stand unmittelbar vor dem Aussterben. Toll, dass sich nun wieder mehr Enthusiasten für die Haltung dieser hübschen Raritäten entscheiden. Und wir Verbraucher können getreu dem Motto „retten durch essen“ – in diesem Fall den köstlichen Käse – zum Erhalt eines lebenden Kulturgutes beitragen.

Hinweis: Zum Thema Rinder mit Hörnern, die inzwischen nur mehr ca. 10 Prozent des deutschen Rinderbestandes ausmachen, bringen wir demnächst einen gesonderten Beitrag.

Extrem selten: Die hübschen, vitalen, langlebigen und trittsicheren Tauernscheckenziegen

Ernten ohne zu säen

Nach dem köstlichen Abendessen im Hotel Sonnenburg hatte sich noch ein echtes menschliches Original zum Gespräch angekündigt, von dem wir bereits vor unserer Reise viel gehört hatten. Herbert Edlinger beschreibt sich selbst als jemand, der seine Liebe zur Natur und den Respekt vor allem was um ihn herum wächst, blüht und gedeiht, gerne mit Gleichgesinnten und Interessierten teilt. Als Küchenchef in guten Häusern praktizierte er zunächst das, was ihm immer schon am meisten Spaß gemacht hat: Ideenreich kochen und Speisen arrangieren, welche die Verbundenheit zur Verarbeitung von Produkten aus der Natur und heimischen Kräutern ermöglichte. Heute organisiert er mit gleichgesinnten, fachkundigen Freunden Exkursionen und thematische Wanderungen etwa zu Standorten von Wildpflanzen, die in der Küche Verwendung finden.

Multitalent Herbert Edlinger: Naturführer und Anbieter von Naturprodukten

Herr Edlinger erzählt, dass er dabei auch vom großen Erfahrungsschatz seiner Mutter profitiert. Und er berichtet von seinem Online-Shop „Einfach gut“, über den er vom Holunderblütensirup über Kräuter- und Steinpilz-Salz, Vogelbeerengelee mit Äpfeln bis hin zu seinem Verkaufsschlager, der Erdbeer-Waldmeister-Marmelade, so ziemlich alles vertreibt, was ihm die Natur in der Region zur Verfügung stellt. Alles selbst gesammelt, selbst verarbeitet, selbst vermarktet. Wir hätten ihm noch lange zuhören wollen, aber seine Zeit ist begrenzt, muss er sich doch noch um seine Bienenvölker kümmern. Und wir kümmern uns jetzt um einen erholsamen Schlaf, liegt doch auch morgen wieder ein straffes Programm vor uns.

www.kleinwalsertal.com/de

www.kleinwalsertal.com/natur-bewusst-erleben

www.einfachgut.at

Text: Peter Grett
Bilder:
Aufmacher: „Kleinwalsertal Tourismus eGen | www.kleinwalsertal.com“, Steffen Berschin
Bild 1 Haus, Bild 5 Kinder, Bild 6 Kräutergarten: „Kleinwalsertal Tourismus eGen | www.kleinwalsertal.com“, Oliver Farys
Bild 2 Mokka-e, Bild 7 und Bild 8 Tiere: Johannes Poschner
Bild 3 Hotelier: Anett Tobies
Bild 4 Steine: Peter Grett
Bild 9 H. Edlinger


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