e-Ludix, der urbane Spaßstromer

Im Jahr 1898 präsentierte die Automobiles & Cycles Peugeot das erste Motorrad auf der Fahrrad- und Automobilausstellung in Paris und wurde damit zum ersten und bis heute ältesten Hersteller motorbetriebener Zweiräder. Eine Alleinstellung nahm Peugeot später auch auf dem Markt elektrischer Roller ein, als sie 1996 das Model „Scoot´elec“ vorstellte.

Der Pionier der zweirädrigen Elektromobilität setzt nun mit dem e-Ludix, seinem inzwischen vierten Elektro-Modell, den Weg im E-Rollersegment konsequent fort.

Positives Marktumfeld

Dabei setzen sich die Verantwortlichen der Marke Peugeot Motocycles, die sich inzwischen im Besitz des indischen Fahrzeugherstellers „Mahindra & Mahindra Limited“ befindet, hohe Ziele. Gehen sie doch davon aus, dass sich der Markt für E-Roller in der 45 km/h-Klasse schon bald dynamisch entwickeln und der Verkauf der Stromer bereits in diesem Jahr voraussichtlich rund 20% des Umsatzes ausmachen wird. Als Gründe für diesen Optimismus wird der gesellschaftliche Trend nach “ökologischem Fahren” sowie die im Vergleich zu Benzin-Rollern deutlich niedrigeren Gesamtbetriebskosten angeführt. Zudem fördern einige Länder und Regionen bereits auch die zweirädrige E-Mobilität, indem sie Zuschüsse zum Kauf von E-Rollern oder Mopeds gewähren.

Der wichtigste, (kauf-)entscheidende, Faktor bleibt indes die Qualität und Attraktivität des jeweiligen Produktes. Um sich davon im Falle des neuen e-Ludix einen ersten Eindruck zu verschaffen, nahmen wir die Gelegenheit zu einer kurzen Probefahrt im Rahmen des eDrive-Events von Peugeot am 11. August im Bergischen Land wahr.

Eigenständiges Design

Vor dem ersten „Ausritt“ widmeten wir uns dem Exterieur des beinahe grazil wirkenden Leicht-Rollers. Das Design wird vom Hersteller als Neu-Interpretation des älteren Bruders, Peugeot Ludix aus den 2000er-Jahren, gepriesen. Der e-Lunix „präsentiert sich ganz im “Revival”-Modus – in moderner Form und zeitlosem Design“, heißt es da. Tatsache ist jedenfalls, dass es den Peugeot-Designern gelungen ist, ein Modell zu kreieren, welches sich gestalterisch wohltuend vom üblichen Einheitsbrei der meisten E-Roller abhebt. Von diesen gibt es im Grunde zwei Gruppen: Retro-Roller zitieren zumeist den klassischen Vespa-Style. Daneben dominieren Modelle in schnittigerem, dabei aber uniformem Look mit den stets gleichen oder zumindest ähnlichen, schnabelartigen Frontpartien. Asiatisches Einerlei „von der Stange“, das in vielen Fällen lediglich für den jeweiligen Anbieter individuell gebrandet wird.

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Der e-Ludix ist in vier Farbvarianten erhältlich

Stimmiges Technikpaket

Bereits jetzt lässt sich sagen, dass das technische Gesamtkonzept überzeugt. So stammt das komplette Antriebssystem, bestehend aus Batterie, Motor, Steuergerät, LCD-Display und 12V-Wandler aus der Hand eines einzigen Anbieters, nämlich Bosch. Dies lässt nicht nur auf eine hohe Qualität schließen, sondern auch auf eine optimale Abstimmung der einzelnen Komponenten.

Über das Display können vier Fahrmodi angesteuert werden, wobei der dynamische „Boost“-Modus naturgemäß den größten Funfaktor besitzt, aber natürlich auch den Akku rasch „leersaugt“. Anders bei der „Eco“-Einstellung, mit der eine Reichweite von 50 Kilometern erreicht werden kann. Nicht allzu üppig, aber für durchschnittliche Stadttrips durchaus ausreichend. Einen Kompromiss zwischen Leistung und Reichweite bietet der „Cruise“-Modus, der wohl die bevorzugte Standardeinstellung sein wird. Bequem einparken lässt sich der e-Ludix dank eines „Rangier“-Modus, der sowohl vorwärts als auch rückwärts mit 2 km/h unterstützt.

Dank Trageriemen gut zu handeln, der 1,5 kWh-Akku

Wichtiges Merkmal: der herausnehmbare Akku

Anders als bei E-Bikes ist es bei manchen E-Rollern nicht möglich, die Akkus zu entnehmen und zuhause bequem aufzuladen. Dies erweist sich gerade im städtischen Bereich, dem bevorzugten Einsatzgebiet von Rollern, oft als entscheidendes Kaufhemmnis. Wer nicht gerade ein Eigenheim bewohnt und seinen Zweirad-Stromer etwa in der Garage laden kann, wird aus dem Fenster der Etagenwohnung wohl kaum ein langes Ladekabel auf den Gehweg verlegen…

Dank seines herausnehmbaren, mit 11 kg relativ leichten Lithium-Ionen-Akkus kann der e-Ludix auch Bewohner von Mietwohnungen ansprechen und damit sein Käuferpotential erheblich erweitern. Mit einem externen Ladegerät lässt sich der Akku innerhalb von drei Stunden an jeder üblichen Steckdose zu 80% aufladen.

Erfahrungen

Auf einer kleineren Runde in die hügelige Umgebung der Event-Location machte das smarte Leichtgewicht (88 kg) einen positiven Ersteindruck. Der e-Ludix zeigte sich dabei als agil und leicht zu steuern. Dass ihm am Berg etwas die Puste ausging, ist kein größeres Manko, sind doch die „natürlichen Lebensräume“ des Stromers primär urbane Gefilde.

Bereit für die Ausfahrt ins Bergische Land

In unserem längeren und ausführlichen Test des E-Rollers über zwei Wochen bestätigten sich später die ersten Eindrücke. Diejenigen Mitglieder der Redaktion, die den E-Roller für den Arbeitsweg nutzten, konnten sich am Ende nur schwer von ihm trennen. Auch deshalb, weil sich die Fahrzeiten durch den „Großstadtdschungel“ mit dem wendigen „Staudurchfahrer“ erheblich verkürzen ließen… 

Der e-Ludix ist zu einem Preis von 3.410 € inklusive MwSt. erhältlich. Für einen kleinen Roller ein recht stolzer Preis. Dafür sind die Wartungs- und Nutzungskosten niedriger als beim Verbrenner. Und der Fun-Faktor um ein Vielfaches höher.

www.peugeot-motocycles.de

Text: Peter Grett
Bilder: Aufmacher: Robert Krämer, letztes Bild unten: Peter Grett, alle anderen Bilder: Peugeot Motocycles

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