Was fliegt denn da?

Wer in das schöne und immer beliebter werdende Hobby Birdwatching einsteigen möchte, findet in den kommenden Wintermonaten gute Bedingungen vor. Auf was Vogelbeobachter gerade in der kalten Jahreszeit achten sollten, erklärt SWAROVSKI OPTIK im Gespräch mit dem österreichischen Vogelexperten und Fotografen Leander Khil. Mit diesen Tipps sind alle Birdwatcher gut beraten, wenn sie im Januar 2021 an der „Stunde der Wintervögel“ teilnehmen. Mit dieser Aktion rufen die Vogelschutzorganisationen Birdlife in Österreich und der Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) gemeinsam mit dem Naturschutzbund (NABU) in Deutschland jedes Jahr im Januar auf, um mehr Informationen über die Vogelwelt im Winter zu erlangen. Weitere Infos zur Aktion unter

www.birdlife.at/page/stunde-der-wintervoegel
www.lbv.de/mitmachen/stunde-der-wintervoegel/

Faszination Birdwatching: Die Vogelbeobachtung als Freizeitbeschäftigung liegt im Trend. Und das Schöne an diesem Hobby ist, dass man es nahezu überall ausüben kann. Ohne weite Anreise kann der nahe gelegene Bach oder Tümpel, der Park um die Ecke, der Garten und auch der Balkon als Beobachtungsplatz genutzt werden. Das einzige, was Birdwatcher brauchen, ist Geduld, ein Fernglas und Hilfe beim Erkennen der jeweiligen Art. Das kann ein Bestimmungsbuch sein oder beispielsweise der digital guide von SWAROVSKI OPTIK. Das Fernglas verbindet das Beobachten mit dem automatischen Identifizieren von Tieren dank der dG App. Was es ansonsten bei der Vogelbeobachtung im Winter zu beachten gilt, erklärt der Experte Leander Khil im Interview. 

Warum ist der Winter eine gute Zeit für die Vogelbeobachtung?

Leander Khil: Die Wintermonate eignen sich perfekt, um in die Vogelbeobachtung einzusteigen. Ein Grund dafür liegt klar auf der Hand. Wenn das Laub gefallen ist und die Bäume kahl sind, sind die Vögel viel einfacher zu sehen. In einem dicht belaubten Baum oder einer Hecke im Sommer können wir Vögel oftmals nur akustisch wahrnehmen – dann ist die Bestimmung der Vogelarten deutlich schwieriger. Außerdem haben Beobachter im Winter den Vorteil, dass die Vögel an eine Futterstelle angelockt werden können und damit an einem festen Punkt zu sehen sind.

Welche Tageszeit ist am besten?

Leander Khil: Beim Thema Vogelbeobachtung denkt jeder an das Aufstehen vor Sonnenaufgang. Das ist im Sommer auch durchaus sinnvoll. Denn durch die milderen Temperaturen und die langen Tage ist der Aktivitätshöhepunkt der Vögel sehr früh und dann wieder am Abend. Tagsüber ruhen die Vögel häufiger – ganz einfach weil sie es sich leisten können. Sie haben ja den ganzen Tag Zeit für die Nahrungsaufnahme. Im Winter ist das anders: An kurzen Tagen muss der Vogel das wenige Tageslicht nutzen, um an Nahrung zu kommen und ist daher den ganzen Tag über aktiv – also ideale Bedingungen für die Vogelbeobachtung.

Welches Wetter ist am geeignetsten?

Leander Khil: Grundsätzlich gilt: Je schöner das Wetter, desto mehr Vögel sind zu sehen. Vor allem im Winter spielt die Wetterlage eine große Rolle. Kälte, Wind und Niederschlag sind besonders für kleinere Vögel eine Herausforderung. An solchen Tagen sind die Vögel kaum zu sehen. Um Energie zu sparen, bewegen sie sich kaum. Bei Schneefall haben es Vögel noch schwerer, da ihre Nahrung unzugänglich wird. Hier haben wir einen zweifachen Effekt. Zum einen machen sich noch einmal viele Vögel gen Süden auf. Wir nennen das Winterflucht. Diejenigen aber, die in unseren Breiten bleiben, sind bei einer Schneedecke viel besser zu beobachten. Sie drängen nämlich alle an eine Stelle: zum Futterhaus.

Wo ist die Beobachtung am sinnvollsten?

Leander Khil: Ich empfehle zum Einstieg die Ufer von Gewässern. Das kann zum Beispiel an einem Bach, einem Tümpel oder auch einem Stausee sein. An Gewässern ist es immer nahrungsreich und damit auch artenreich. Gerade im Winter macht sich das bemerkbar, wenn es an Gewässern noch Insekten gibt und auch noch schneefreie Streifen. Aber auch ein Wald oder ein nahe gelegener Park ist geeignet, eigentlich – und das ist das Schöne – kann man Vögel überall beobachten, selbst vom eigenen Balkon. Was auf jeden Fall hilft: Wenn Vogelbeobachter immer an den gleichen Ort gehen. In der Fachsprache sucht sich der Birdwatcher seinen „Patch“. Das sollte ein Ort sein, den ich schnell und einfach erreichen kann. Wenn ich immer wieder an diese Stelle gehe, lerne ich die Vogelwelt richtig kennen. Ich kann feststellen, was sich in der Natur verändert, welche Vögel zu welcher Saison zu sehen sind und werde zum Experten für meinen „Patch“.

Wie kann ich mich auf die Vogelbeobachtung vorbereiten? Leander Khil: Grundsätzlich braucht es nicht viel, um Vögel zu beobachten. Zur Basisausrüstung gehören ein gutes Fernglas und das Bestimmungsbuch im Rucksack. Heute gibt es auch Internetforen und Expertenchats, die bei der Identifikation des gesehenen Vogels weiterhelfen. Wer sich weiter informieren möchte, findet ein Angebot an Exkursionen und Vorträgen beim NABU in Deutschland oder bei Birdlife in Österreich und in der Schweiz.

Leander Khil ist Ornithologe und Naturfotograf aus Graz, Österreich. Seit seiner Kindheit erforscht er die Natur mit besonderem Fokus auf die Vogelwelt. Er arbeitet an TV-Naturdokus für die ORF Universum-Reihe, schreibt Vogelbücher (z.B. “Vögel Österreichs”) und zeigt Interessierten als “bird guide” besondere Vogelarten weltweit.

Mehr auf www.leanderkhil.com

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