Hyundai entrümpelt das Meer – aus alten Fischernetzen werden Fußmatten

Upcycling – das Buzzword hat nichts mit Fahrradfahren zu tun, sondern meint einen Kernbegriff nachhaltigen Wirtschaftens, nämlich ausgedienten Dingen ein zweites, neues und womöglich höherwertiges Leben zu geben. Entstanden ist diese Idee nicht erst seit Designer aus Kartonagen von Verpackungen edle Ruhemöbel entwerfen oder Künstler mit der Lizenz zum Schweißen aus Schrottbergen Skulpturen entstehen lassen. Findige Köpfe wussten schon immer, wie sich ein ausgedientes Produkt einer neuen Verwendung zuführen lässt. Das Neue ist, dass diese Vorgehensweise ihre eigenbrötlerische Randständigkeit verlassen hat und mitten in der Gesellschaft angekommen ist samt Trendstatus und entsprechender verbaler Signatur.

Tödliches Treibgut

Das Meer enthält bald mehr Plastikabfall als Fisch-Lebendgewicht. Insbesondere in den küstennahen Bereichen, in denen sich maritimes Leben größtenteils abspielt, ist neben der chronischen Überfischung treibendes und sich langsam zersetzendes Plastik eine immense Herausforderung. Ein besonders zähes Problem stellen abgerissene oder weggeworfene Fischernetze dar, weil sich in ihnen häufig Meeresbewohner wie Delphine, Wale, Schildkröten, Robben und Fische verfangen und elend zugrunde gehen.

Healthy Seas, eine internationale Nicht-Regierungs-Initiative, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Meere von Abfall, insbesondere Fischernetzen, zu befreien, um die Gesundheit maritimer Ökosysteme zu unterstützen und die Voraussetzung für eine Kreislaufwirtschaft zu schaffen. Die zurückgewonnenen Fischernetze bzw. deren Reste werden vom italienischen Garnspinner Aquafil in ECONYL®-Garn umgewandelt, ein hochwertiges Rohmaterial, aus dem neue Produkte wie Socken, Badekleidung, oder Teppiche hergestellt werden. Seit seiner Gründung im Jahr 2013 hat Healthy Seas mit Hilfe von freiwilligen Tauchern und Fischern über 585 Tonnen Fischernetze gesammelt.

Die Rolle von Hyundai

Seit Anfang 2021 ist Hyundai nun Partner von Healthy Seas, die maritimen Todesfallen erhalten ein neues Leben im Innenraum des Hyundai Ioniq 5 – als Fußmatten im Passagierraum, wo sie nicht nur Schmutz zuverlässig aufnehmen, sondern auch Feuchtigkeit absorbieren und das Raumklima verbessern.

Die Zusammenarbeit von Automobilhersteller und Umweltschutzinitiative resultiert in Säuberungsaktionen sowohl an Stränden und Küsten als auch in Tauchgängen, bei denen weggeworfene bzw. abgerissene Fischernetze sowie anderer Plastikmüll geborgen werden. Die Aktionen werden durch Lehrveranstaltungen ergänzt, in denen vor allem Schulkinder vor Ort über die Relevanz sauberer Weltmeere informiert werden. So wird das Prinzip von „global denken – lokal handeln“ didaktisch umgesetzt. Operativ unterstützt Hyundai die Meeresschutzorganisation bei der Organisation und Logistik der Tauchgänge und Sammelaktionen sowie bei deren Finanzierung.

Geisternetze werden an die Wasseroberfläche gebracht, wo sie aufgesammelt werden können

Bei Hyundai sind solche Aktionen bereits im Unternehmensleitbild angelegt: „Wir verpflichten uns, mit all unseren Maßnahmen gemäß unserer Unternehmensvision „Progress for Humanity“ einen Fortschritt für die Menschheit zu erzielen. Es reicht nicht aus, Vorreiter bei sauberen und zukunftsorientierten Mobilitätslösungen zu sein, wir müssen zusätzlich die Unterwasserwelt schützen“, erklärt Michael Cole, Präsident und CEO von Hyundai Motor Europe, die Zusammenarbeit. In den ersten Monaten der Zusammenarbeit konnten schon über 78 Tonnen Plastik-Unrat an Europas Küsten geborgen werden.

Die Bevölkerung, insbesondere die Kinder, werden einbezogen – und haben ihren Spaß dabei

„Wir sind sehr dankbar für die Zusammen mit Hyundai, denn sie ermöglicht uns, Projekte durchzuführen, die sich in einem Ausmaß positiv auf die Umwelt auswirken, wie wir es uns nie hätten vorstellen können“, beschreibt Veronika Mikos, Direktorin von Healthy Seas, die Partnerschaft. „Es macht Spaß, mit Hyundai zusammenzuarbeiten und wir freuen uns darauf, im kommenden Jahr noch mehr erreichen zu können.“

Weitere Informationen unter www.healthyseas.org

Text: Werner Köstle
Bilder: Hyundai/Healthy Seas

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