Zwei Hotels vermitteln besonderen Adrenalin-Kick

Im Urlaub sind viele Menschen aufgeschlossen, etwas Neues, Besonderes auszuprobieren. Daher bieten immer mehr Hotels ihren Gästen E-Autos zur Miete für eine relaxte und lokal emissionsfreie Erkundung der Umgebung an. Zwei Hoteliers gehen sogar noch einen Schritt weiter und offerieren fulminanten Fahrspaß mit einer E-Rakete: dem Porsche Taycan.

Unter Betreibern von Gastbetrieben spricht sich allmählich herum, dass zunehmend mehr Gäste mit ihrem E-Auto oder Plug-in-Hybriden anreisen und erwarten, in der Destination ihrer Wahl eine zuverlässige Lademöglichkeit anzutreffen. So mancher Hotelier denkt sich sogar: Wenn erst mal ein Charger installiert ist, warum nicht gleich noch den nächsten konsequenten Schritt gehen und sich das eine oder andere elektrische Betriebsfahrzeug anschaffen?

Besondere e-mobile Urlaubserlebnisse

Vielleicht sogar eines, das von Gästen nach vorheriger Anmeldung gemietet werden kann. Lassen sich doch Nachhaltigkeits- und Modernitätsanspruch einer Destination emotionaler und augenscheinlicher kaum vermitteln. Schon bevor der E-Bike-Boom richtig losbrach und sich viele Menschen ein eigenes Pedelec zulegten, verschaffen Hotel- und Campingplatz-Betreiber ihrer Kundschaft besondere Urlaubserlebnisse durch die Vermietung von Elektrorädern. So manche(r), die/der zuvor die Räder mit eingebautem Rückenwind als „Rentnervehikel“ abgetan hatte, lies sich dann aus purer Neugierde doch auf einen E-Trip ein – und kam „angefixt“ und mit einem breiten Grinsen im Gesicht, im Fachjargon: „E-Bike-Smile“, zurück.

Wie bei Pedelecs bedarf es auch bei Autostromern keiner größeren Einweisung. Zumindest für diejenigen, die bereits Erfahrung mit Automatik-Getrieben haben, ist die Handhabung eines E-Autos watschneinfach, wie man in Österreich zu sagen pflegt. Aber auch für alle anderen ist ein Elektroauto längst kein Hexenwerk, so dass sie nach den ersten Kilometern schnell vertraut sind mit dem „E-Driving“. Ein paar Unterschiede gibt es dennoch zum „normalen“ Autofahren. Die angenehme Stille, die sich oberhalb von 25 km/h einstellt, sobald der aus Sicherheitsgründen vorgeschriebene „Sound Generator“ sein nerviges sphärisches Gewimmer beendet hat. Dann wäre da noch der, bei den meisten Modellen in unterschiedlichen Stärken einstellbare, Bremswiderstand, der zu wirken beginnt, sobald man vom Gaspedal geht. Vorteil dieser „Rekuperationsbremse“: die Bremsbeläge werden durch die relativ seltene Betätigung der eigentlichen Bremse geschont und die Bremsenergie wird nicht vernichtet, sondern in Strom gewandelt in die Akkus gespeist. Das größte, deutlich wahrnehmbare Charaktermarkmal aller von einem Elektromotor angetriebenen Fahrzeuge ist jedoch ihre außergewöhnliche Beschleunigung. So sie nicht – etwa aus Sicherheitsgründen – absichtlich limitiert wird. Womit wir beim eigentlichen Thema angelangt sind.

E-Motion pur

Mancher Hotelier, Campingplatzbetreiber oder Sharing-Anbieter in Urlaubsregionen mag sich vielleicht wegen der vergleichsweise heftigen Beschleunigung von E-Autos scheuen, diese seinen Gästen anzuvertrauen. Eine Skepsis, die jedoch unbegründet ist, sofern die EV-Mieter vorab explizit auf diese Eigenschaft hingewiesen wurden. Eine derart theoretische Unterweisung gerät indes dort an ihre Grenzen, wenn den Gästen ein Trip mit einem Elektrogeschoß namens Porsche Taycan mit 760 PS und einer Beschleunigung von knapp unter 3 Sekunden von 0 auf 100 km/h angeboten wird. Hier empfiehlt sich dann doch, zunächst eine vorsichtige Tuchfühlung in Form einer Mitfahrrunde auf dem Beifahrersitz aufzunehmen…
Wer sich diesen besonderen Fahrspaß nicht dauerhaft leisten möchte – oder wahrscheinlicher – angesichts von Preisen jenseits der 100 000 Euro nicht leisten kann, hat neuerdings die Möglichkeit, sich in zwei Hotels einen e-mobilen Adrenalinschub verpassen zu lassen.

„E-Erlebnishotel“ Deimann

Bereits in vierter Generation betreibt die Familie Deimann im Sauerland ein 5*-Romantik- & Wellnesshotel gleichen Namens. Das in einem ehemaligen Gutshaus inmitten einer großen Parkanlage gelegene Anwesen umfasst 96 Zimmer und Suiten, drei Restaurants, darunter das mit einem Michelin Stern ausgezeichnete Gourmetrestaurant Hofstube Deimann, sowie das Spa im Gutshaus mit einem 4.000 Quadratmeter großen Bade- und Wellnessbereich.

Den Gästen wird ein tägliches Fitness- und Entspannungsprogramm, wöchentliche Wanderungen mit der Hoteliersfamilie und eine Ausleihmöglichkeit von Fahrrädern und E-Bikes geboten. Und als Highlight seit kurzem eine drei-stündige Probefahrt mit dem Porsche Taycan Turbo S gegen eine Bereitstellungspauschale inklusive Reinigung von 89 Euro.

Geladen wird an zwei von weltweit 1800 Porsche „Destination Chargern“

Hotelchef Jochen Deimann empfiehlt für diesen besonderen E-Trip seine Lieblingsstrecke „eine Zeitreise durchs Sauerland“. Erste Station ist die Altstadt von Bad Berleburg mit seinem über 760 Jahre alten Schloss, bevor es heißt, dem Winterberger Handelsmann „Hallo“ zu sagen, am schönen Marktplatz „Untere Pforte“. Weiter geht es nach Brilon, wo am Mittwoch und Samstag der historische Wochenmarkt zum Probieren alter und neuer Köstlichkeiten einlädt. Das Fachwerkdorf Bödefeld zeigt sich eher mysteriös mit seiner berühmten Reliquie, der „schwarzen Hand“, im Turm der Pfarrkirche.

Die gesamte Strecke führt auf insgesamt 123 Kilometern über Serpentinen und an grünen Wiesen vorbei. An deren Ende man noch einen Abstecher zum klassizistischen Schmallenberg machen sollte, findet Jochen Deimann.

Hinweis: Die Tatsache, dass ein mit über 760 PS ausgestatteter „Brachialstromer“ über mehr als außergewöhnliche Fahrleistungen verfügt, bedeutet jedoch nicht automatisch, dass dessen Fahrer*innen permanent dazu verführt werden, die Leistungsgrenzen des Taycan Turbo S auch nur annähernd ausloten zu wollen. Abgesehen davon, dass dies ohnehin nur auf Rennstrecken möglich sein dürfte, animieren selbst elektrische Sportwagen der Oberklasse vornehmlich zum sanften, kontemplativen Cruisen. Zugegeben, bisweilen unterbrochen von gelegentlichen, eruptiven „Beschleunigungs-„Explosionen“…

https://www.deimann.de

Best Western Premier Hotel Rebstock

In Würzburg bietet sich den Gästen des im Herzen der unterfränkischen Metropole gelegenen Best Western Premier Hotels Rebstock ebenfalls die Möglichkeit zu einem Taycan-Abenteuer.

Da Christoph Unckell, Inhaber des Best Western Premier Hotels Rebstock, ein Faible für die E-Mobilität hat, zögerte er nicht lange als bei Porsche das elektrische Zeitalter eingeläutet worden war und sprach seinen langjährigen Geschäftspartner und Geschäftsführer des Porschezentrums Würzburg an. Aus einer ersten Kooperationsidee entstand schon bald ein konkretes, e-mobiles Angebot für Hausgäste des Hotels.

Luxusleben für ein Wochenende

Das spezielle Wochenend-„E-Paket“ des Rebstock beinhaltet ein fast geräuschloses Cruisen – in diesem Fall mit der Modellvariante Taycan 4 S – durch die fränkische Weinregion oder zur Erkundung der Stadt. Wer möchte, kann die Geschwindigkeit des E-Porsche auch mal auf der Autobahn austesten, auch wenn dies einen Eintrag im persönlichen Eco-Sündenregister nach sich zieht… Ergänzt wird die Offerte durch zwei Übernachtungen mit Frühstück und einem ausgedehnten Abendessen im Gourmetrestaurant KUNO 1408. „Das Taycan-Wochenende bietet die ideale Gelegenheit, ein luxuriöses Wochenende lang dem Alltag zu entfliehen“, erklärt der Hotelchef. Das Vergnügen ist ab 550 Euro pro Person buchbar, vorerst gibt es dabei eine Vorlaufzeit von zwei Wochen. „Voraussichtlich werden wir unser eigenes Modell ab Januar dauerhaft zur Verfügung haben, dann sind auch kurzfristige Buchungen möglich“, so Unckell.

Verbindung von Geschichte und Moderne: Historische Fassade und „Sportstromer“-Vermietung

Um den E-Porsche für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen und zugleich für die E-Mobilität zu werben, wird der Wagen dauerhaft prominent vor dem Eingang zum Hotel Rebstock geparkt. „Mit unserer Rokoko-Fassade haben wir eine tolle Kulisse für die Präsentation. Gleichzeitig spiegeln wir unser Konzept wider: Die stilvolle Verbindung von Historie und Moderne“ erklärt Unckell.

www.rebstock.com

Das Fahrzeug

Der Name „Taycan“ entstammt laut Porsche dem orientalischen Sprachraum und bedeutet sinngemäß „Seele eines lebhaften, jungen Pferds“. In Japan soll „Taikan“ so viel wie „körperliches Erlebnis“ bedeuten. Beide Assoziationen treffen recht gut auf die Eigenschaften dieses Elektrosportwagens zu. Wobei die Betonung derart auf „Sport“ liegt, dass sich selbst eingefleischte Turbo-Liebhaber der schwäbischen Edelmarke zu Ausrufen der Begeisterung hinreißen lassen.

Neben den herausragenden Fahrleistungen des Taycan stechen auch seine Ladeleistungen hervor. Unterwegs profitieren Taycan-Fahrer*innen nämlich von der 800-Volt-Technologie und einer speziellen Temperierungsstrategie für die Batterie. Dadurch kann die Performance-Batterie Plus mit höheren Strömen (Gleichstrom, DC) und damit besonders schnell „aufgetankt“ werden. In gut fünf Minuten lässt sich so an 800-Volt-High-Power-Charging-Säulen Energie für bis zu 100 Kilometer Reichweite (nach WLTP-Standard) nachladen. Die Ladezeit für fünf bis 80 Prozent beträgt unter idealen Bedingungen 22,5 Minuten an einer 800-Volt-Ladesäule, die maximale Ladeleistung (Peak) 270 kW.

Das Interieur-Design des Taycan wirkt aufgeräumt, klar und reduziert.

Zu Hause können Taycan-Fahrer ihren E-Sportler mit bis zu elf kW mit Wechselstrom (AC) schonend in rund neun Stunden aufladen.

Porsche bietet drei Modellvarianten an:
Den Taycan 4 S mit 530 PS, den Turbo mit 680 PS und den Turbo S mit 761 PS. Die Preise beginnen ab 104 T Euro, ab 149 T Euro für den Turbo und ab 182 T Euro für den Turbo S.

Unsere Einschätzung:

Durch e-mobile Gästeangebote in Hotels und touristischen Destinationen können Menschen angesprochen werden, die sich bisher evtl. noch nicht mit dem Thema auseinandergesetzt haben oder ihm sogar skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen. Wie die Probe-Erfahrungen zeigen, wurde die Einstellung so manche(r) Gäste nach ihrem/seinem ersten E-Erlebnis positiv beeinflusst. Kurzum, Hotels können durch die Vermittlung besonderer Fahrerlebnisse in entspannter Urlaubsatmosphäre einen essentiellen Beitrag zur Akzeptanz der E-Mobilität leisten.

Dass jedoch ausgerechnet Hochleistungssportler wie der Porsche Taycan mit ihren entsprechend hohen Verbräuchen und großen Akkupaketen zum Botschafter der E-Mobilität und Symbol für Nachhaltigkeit taugen, erschließt sich einem – zumindest auf dem ersten Blick – nicht. Bedenkt man jedoch, dass viele Skeptiker der E-Mobilität strombetriebene Autos noch immer und fälschlicherweise als „rollende Verzichtserklärung“ abtun, dann setzen gerade emotionale Stromer der Oberklasse diesen Mythen ein deutliches Zeichen gegenüber. Die Botschaft, dass E-Mobilität auch „sexy“, ja sogar atemberaubend sein kann, transportiert der Elektro-Porsche jedenfalls. Und dass sich E-Autos nur Reiche leisten können, behaupten längst nur noch solche Zeitgenossen, die sich beständig weigern, einen Blick auf die jüngsten Zulassungszahlen der inzwischen zahlreichen Mittelklasse-Stromer zu werfen.

www.porsche.com

Text: Peter Grett
Bilder 1 und 2: Romantik- & Wellnesshotel Deimann
Bild 3: Premier Best Western Hotel Rebstock
Bild 4: Porsche

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